
Ich hasse es immer Rezensionen zu schreiben. Weil ich mir nie sicher bin, ob ich einen sachlichen Text, mit vielen Fremdworten, verfassen soll, oder nicht doch lieber subjektiv meine Meinung schildern soll. In diesem Fall jedoch ist es relativ einfach. Es gibt Rezensionen, die müssen sich auch dem Niveau des Mediums anpassen.
Aber ich sollte ganz anders beginnen.
Mit der Frage nämlich: Was erwarte ich, wenn ich Freitag der 13. im Kino gucke? Was war ich froh, als ich hörte, dass es uncut in den Deutschen Kinos läuft.
Freddy vs. Jason mitgerechnet ist dies die 12. Verfilmung des 1980 zum ersten Mal realisierten Stoffes. Die anderen 11 stehen allesamt in meinem DVD- Regal, es ist nicht so, dass man das wirklich braucht, aber darauf verzichten möchte ich auch nicht.
Es war schon immer so, dass sich die Filme nicht sonderlich von einander unterschieden und auch das von Michael Bay produzierte Remake bildet da keine große Ausnahme. Marcus Nispel, der schon mit dem Remake vom Texas Chainsaw Massacre, einen soliden und ordentlichen Film ablieferte, blieb dem Original größtenteils treu. Die Tatsache, dass es sich hierbei um keine 1: 1 Kopie der Story, sondern vielmehr um eine Collage der ersten Teile handelt war mir bekannt und hat durchaus seinen Sinn.
Was haben wir noch?
Natürlich ist der Film platt und vorhersehbar. Die Dialoge und Charaktere dämlich. Nach zwei Minuten weiß man, welcher Typ welches Klischee erfüllt. (Das Arschloch, der „sexy“ Rebell, der Idiot etc.) Man kann sogar von Beginn an sagen, wer (und vor allem in welcher Reihenfolge) stirbt- nämlich immer unproportional zum Sprechanteil. Bis auf eine Ausnahme lagen wir von Anfang an richtig.
Aber genau das ist es worum es geht. Freitag der 13. war schon immer etwas anders. Da gab es keine Cliffhanger- Rolle, die in mehreren Teilen gegen Jason kämpft. Dieser machte nie Kompromisse. Wer im Camp Crystal Lake war, hatte immer nur eine Aufgabe: scheiße Reden, Saufen, Ficken, Gras rauchen (als Frau noch die Titten raushängen lassen) und sich möglichst spektakulär von Jason ermorden lassen. So war es schon immer und so muss es auch sein. Je mehr die Kids einen gernervt haben, desto froher war man immer sie los zu sein. Jason war nicht nur der heimliche Held des Films, er war der Film.
Da kann es dann auch in der neuen Version keine Ausnahme geben. Das ist das, was man von Freitag der 13. erwartet und was man sehen will. Man kann sich selbstverständlich fragen, warum man das gleiche zum x- ten Mal ins Kino bringen muss -im Endeffekt bleibt es die pure Unterhaltung- Upgedatet auf 2009.
Aus den natürlichen Titten der 80er sind selbstverständlich aufgepumpte Silikonballons geworden. Freitag der 13. bleibt ein Klischee, wie er es schon immer war, ein Film, der das Horrorgenre gleichzeitig verarscht, wie er es zu dem macht, was es eigentlich ist. Die Mordszenen sind klassisch und meiner Meinung nach perfekt frequentiert. Wohingegen sich die alten Filme gerne in der Anfangsdreiviertelstunde auf sinn- und gehaltloses Gelaber beschränkten um den Figuren eine Pseudotiefe zu verleihen, wird hier einfach mal konsequent komplett drauf geschissen und es geht direkt ans fröhliche Morden. Hin und wieder zum Lachen, hin und wieder recht derb. – alles im allem Gelungen.
Einziger Aspekt der mir nicht so gefallen mochte hat mit einer Neuerung zu tun.
Bisher stellte sich immer nur die Frage: Was macht ein Jason Vorhees eigentlich, wenn er nicht gerade Teenies schlachtet? Marcus Nispels Film verrät es. Er baut Fallen, hält Frauen in modrigen Katakomben gefangen und schleppt die Leichenteile durch die Gegend. So gut die Idee im Grunde ist, auch diesen Aspekt in den Film zu nehmen, leider das hat nichts mehr mit den alten Teilen zu tun. Er erinnert viel zu sehr an Leatherface oder einen Charakter aus einem modernen Backwoodslasher/ Torture Porn.
Doch auch trotz dieses kleinen Mankos ist es ein grundsolider Film, der eine Symbiose aus den ersten drei Freitag- Teilen bildet. Vom Flashback der mordenden Mutter (was ein wenig an die klassischen Anfänge der alten Teile erinnert), zu Jason mit einem Jutesack auf dem Kopf, bis zu dem Moment in dem er die Hockeymaske in einer Scheune entdeckt. Kurzweilige Unterhaltung, mehr nicht.
Man sollte wissen, auf was man sich einlässt, wenn man Freitag der 13. schaut. Man sollte die alten Filme kennen um besser in dieses Universum eintauchen zu können.
Wer psychologischen Horror erwartet wird ebenso enttäuscht, wie derjenige, der auf Suspense hofft. Hier gibt es keine Empathie für die Opfer, denn hier gibt es auf die Fresse- hart und kompromisslos.
7/ 10