Vote a BigMac

Wie schön, wie schön, wie schön, dass es die EM gibt. Nachdem ich heute 10 Stunden in der Uni verbracht habe, zum Abschluss eben noch eine sehr ermüdende Fachschaftssitzung folgte, wollte ich mir nur noch ein anständiges BigMac- Menü gönnen und mich ins Bett fallen lassen. Also rein zum Mäckes am Friedensplatz und das übliche bestellt. (BigMac- Menü groß, Cola, Mayo und nen Chickenburger- zum Mitnehmen!) Leider gab es schon diverse Kommunikationsprobleme bei der Bestellung (nicht meine Schuld, ich mach das mit Routine): aus Chicken wurde Cheese, aus dem Cheesie wieder ein McChicken, daraus dann ein Chickenwrap, bis wir es dann nach fünf Minuten endlich hatten.

Nun denn, tut eigentlich nicht großartig was zur Sache. Fakt ist nur, dass ich doch tatsächlich zwei BigMac bekommen habe. Nicht etwa, weil die gute Frau einen Fehler gemacht hatte, auch nicht als Entschuldigung für die komplizierte Bestellannahme, auch nicht dafür, dass ich recht lange auf die BigMacs warten musste. Nein, einfach nur, weil Deutschland im Finale der EM stand. Was sagt man dazu? Hat es sich also doch noch gelohnt.

Eigentlich wollte ich heute gar nichts so furchtbar banales schreiben, wollte eigentlich vor der Umfrage berichten, von der ich gestern Abend erfahren habe. Jene Umfrage nämlich, die die Friedrich- Ebert Stiftung durchgeführt hat und die zu dem Ergebnis führte, dass ein drittel der Deutschen nicht mehr an die Demokratie glauben.

Wie ich jetzt von BigMacs dazu überleiten soll ist mir ein Rätsel. („Liegt genauso schwer im Magen…“? , „ Apropos Deutschland…“ ?)

Aber eine schlechte Überleitung ist immer noch besser als gar keine Überleitung. Als ich das hörte schoss mir sofort die Frage in den Kopf, ob Geschichte eventuell tatsächlich dazu verdammt ist, sich selbst zu wiederholen. Ist das noch pure Abstiegsangst, oder Verdrossenheit, oder befinden wir uns mal wieder im Anfangsstadium eines Umbruchs? Zurück zum Kaiserreich? Zurück zur Diktatur? Irgendwann- vielleicht nicht jetzt, vielleicht noch nicht in 10 Jahren, aber in gar nicht all zu ferner Zukunft? Das auch das nicht notgedrungen Schlechtes bedeuten muss, ist klar, aber Fragen kommen natürlich auf. Da lernen wir doch tatsächlich in jeder Geschichtsstunde, in jedem Politikkurs, einfach überall was für ein Segen die Demokratie doch ist/ sei- und was bringt uns das vermeintliche Wissen?
Nichts, wie es scheint.

Gibt es tief im Inneren des Menschen die Sehnsucht nach einer leitenden Persönlichkeit? („Führer“ kann man ja auch nicht mehr schreiben). Nach wenig Verantwortung für das Volk, die Suche nach jemandem der es lenkt, der sagt: „So isses!“? Oder ist „unsere“ Demokratie zu undemokratisch? Noch immer zu viel Bevormundung, noch immer zu wenig Transparenz- noch immer zu halbherzig?

Ich weiß es nicht. Bin müde vom Essen, aber ich wollte es auch nicht vollends untergehen lassen. In diesem Sinne, hier noch mal ein Link zum Artikel und damit gute Nacht!

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2 Gedanken zu “Vote a BigMac

  1. Die sogenannte Demokratie.. jaja… ich meine zu diesem Thema, dass Demokratie immer dazu verdammt ist den Menschen Wohlstand zu bringen, daraus folgt ganz automatisch, dass sobald der Wohlstand schwindet auch das Vertrauen in die Demokratie verschwindet. Eine vielleicht noch interessantere Frage als die nach dem Glauben an die Demokratie ist aber vielmehr die Frage „Leben wir denn heute in einer Demokratie ?“

  2. Ein paar Gedanken zu dem Demokratie-Problem:
    1. Die Initiatoren der Studie geben selbst ihrer Überzeugung Ausdruck, dass persönliche Fehlschläge mit einem Fehlschlag des gesamten Systems gleich gesezt werden. Da sich im Leben eines Menschen immer die guten und die schlechten Momente die Waage halten, dürften wir es also mit vielen Malen, wo das System fehlschlägt zu tun haben. Worauf ich hinaus will: Das System ist nicht dazu da bei jedem Stolpern aufzuhelfen. Hört sich hart an, ist es auch. Einem Menschen zu sagen, dass er an seinen Problemen grundsätzlich auch zumindest ein wenig selbst die Verantwortung trägt, ist immer hart.

    2. Ja, das dieser Gedanke an einen großen Anführer da ist, daran glaube ich. Er entspringt vor allem unserer Sehnsucht Teil von etwas Großem zu sein. Wenn viele Menschen einem einzelnen Menschen folgen ist dies ja auch etwas Großes. Es ist nur schwer für uns zu kapieren (und da bin ich selbst keine Ausnahme), dass wir selbst schon allein etwas Großes sind.

    3. Die These, dass sich Geschichte immer wieder wiederholt, sehe ich als vollkommen haltlos an. Nehmen wir zum Beispiel unser Europa: Die zeitliche Periode in der wir leben zeichnet sich durch die längste Periode internationalen Friedens in dieser Region seit Anbeginn der Zeitrechnung aus. Wo soll da die Wiederholung sein? Nichts vergleichbares ist in unserer Geschichte zu finden.

    PS: Dies ist es, was ich an deinen Texten so mag. Die Big Mac-Geschichte, die Sache mit der Überleitung…eine Stammtisch-Anekdote im Textform. Das ist einfach wunderbar.

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