Couch- Hopping, Anyone?

Eine lange Zeit bin ich nicht mehr Busgefahren, bin lieber zu Fuß gegangen, empfand das irgendwie als angenehmer. Und als ich heute in die Linie 624 einstieg, wusste ich auch wieder warum. Viel zu voll, viel zu eng, viel zu seltsam. Da stand ein Kerl direkt neben mir, der sah ein wenig aus wie Catweazel. Die Augen weit aufgerissen starrte er durch den Bus. Ich folgte seinen Blicken und erkannte eine Afro- Deutsche/ maximal Pigmentierte/ Negerin (scheiß doch mal auf political correctness hier!) die gerade in der Bibel las. Ist jetzt nicht wirklich dramatisch, aber es scheint mich ja tatsächlich zu verfolgen.

Schnell wandte ich also meinen Blick ab um es zu ignorieren. Waren auch nur ein paar Stationen, dann war ich schon am Ziel. Eine Wohnungsbesichtigung sollte es werden.

Die Lage war wirklich nicht zu bemängeln. Kneipen ohne Ende ringsherum, zwei Supermärkte keine drei Fußminuten entfernt, ein griechisches Restaurant direkt neben dem Eingang. Soweit so gut.

Vor einem großen braunen Tor blieb ich stehen, abgeschlossen. Also auf dem Klingelschild den Namen des Inserenten gesucht, aber nicht gefunden. Irgendwo habe ich dann einfach geklingelt und irgendwer hat mich dann herein gelassen. Ich stand in einem Innenhof und musste erstmal den Eingang suchen. Die Tür stand offen, also ging ich langsam herein. Was ich dann feststellen musste war leider gar nicht so besonders schön. Anscheinend ging im unteren Stockwerk noch ein Eingang zur Küche des Restaurants ab. Dementsprechend auch die Lautstärke- und der Geruch. Nichts gegen griechisches Essen, aber alles vermischt und ununterbrochen muss dann doch nicht unbedingt sein.

Das Treppenhaus selbst war irgendwie… schäbig. Die Wände hätten dringend mal wieder einen neuen Anstrich nötig, das Geländer war aus Holz und sah vor 20 Jahren bestimmt mal klasse aus, bevor jemand es grün lackiert hatte und bevor der Großteil angefangen hatte abzublättern. Langsam stieg ich die Stufen hinauf, die unter meinen Schritten laut knarrten und nicht mehr den stabilsten Eindruck machten.

Vor der Wohnungstür blieb ich stehen. Zögerte. Natürlich ist es immer schwer das Innere einer Wohnung nach dem Treppenhaus zu beurteilen, aber ich ahnte schlimmes. Ich blickte mich noch einmal im Treppenhaus um, atmete tief ein. Großer Fehler. Ich entschied mich, dass die Busfahrt schon genug meiner kostbaren Zeit in Anspruch genommen hatte und war der Meinung, dass ich mir das nicht antun sollte. Auf dem Absatz machte ich kehrt und eilte nach draußen. So sehr die Zeit doch drängt, das muss nun wirklich nicht sein. Dann doch lieber zelten im Hofgarten und außerdem steht morgen auch die nächste Besichtigung an.

Die einzige Frage die bleibt ist, ob es tatsächlich zeitlich noch reicht- aber ich werde mir da ein Beispiel an David nehmen, der seinen Mietvertrag seiner Zeit einen Tag vorher unterschrieben hatte.

Und wieso bleiben die Leute eigentlich immer genau in der Bustür stehen?

Ab jetzt geh ich nur noch zu Fuß oder fahre Bahn. So viel ist sicher.

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