200 Fragezeichen

Immer wieder frage ich mich: Was sind das eigentlich für Leute, die einen (ein?) Blog über die Entwicklung ihres Kindes eröffnen? Ist das heutzutage eine Eingebung die junge Eltern haben- Das Kind ist da, der (das?) Blog eröffnet? Es ist ja nichtmal die Tatsache, dass man einen (ein?) Blog über sein Kind eröffnet. Dies kann ja durchaus hilfreich sein, wenn sich andere Eltern informieren können, man sich austauschen kann usw. Es sind die kleinen Nuancen, die den Eindruck vermitteln Eltern würden sich geistig zurück entwickeln.

Da grinst das Kindchen mit seinem Bollerkopf von 20000 Fotos, die alle gleich aussehen- einziger unterschied: mal mit Lätzchen, mal ohne, mal mit verschmiertem Mund, mal wird dem Kind eine Sonnenbrille aufgesetzt (am besten mit dem Untertitel „Ich bin ja schon sooooo cool.“). Was um alles in der Welt bewegt einen dazu? Andere Leute bloggen, des Schreibens wegen. Sie mögen es, haben aber keine andere Plattform. Ein Anderer nutzt es zur Präsentation seiner Fotos, Videos, seines Hobbies- was auch immer.

Aber haben Texte in Gugu- Gaga- Form den Anspruch literarisch zu sein? Haben sie überhaupt den Anspruch einen Anspruch auf Literatizität zu hegen? „Soundso wacht in der Nacht immer auf und schläft ewig nicht ein. Aber da hilft…“ kann ich mir noch gut erklären. Aber warum diese Kinderblogs aus Ego- Perspektive? „Heute habe ich meine ersten Schritte gemacht.“, „Die Enten im Park machen mir Angst.“ – ich schnalls nicht. Warum nur?

Möge es mir bitte jemand erklären, der den Sinn verstanden hat.

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3 Gedanken zu “200 Fragezeichen

  1. Ich kenne zwar keine Baby- oder Kleinkinder-Blogs, aber ich würde Dir die Gegenfrage stellen: „Warum denn nicht?“

    Vermutlich sind die Bilder und Einträge solcher Blogs ja vor allem für Freunde und Verwandte bestimmt. Wenn man auf einer Seite landet, die einen nicht interessiert, kann man sie ja auch einfach ignorieren, oder?

  2. Schon klar soweit. Bleibt nur die Frage ob man das wirklich so öffentlich tun muss, oder sich nicht leiber ein privates Album anlegen sollte. Ich glab ich wäre als Kind auch nicht begeistert gewesen, wenn jeder mich hätte nackig in der Badewanne sehen können.
    Und zur Familie kann ich nur sagen, was ich in einem anderen Eintrag mal geschrieben habe. Wie wäre es einfach Briefe (oder meinentwegen Emails) zu versenden, oder mal öfter zu telefonieren. Wir leben immerhin im Zeitalter der Flatrates für alles. Wäre auch viel persönlicher.

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