Who´s Got The Funk?

Ich bin der Typ, der den Gina Lisa- Porno immer noch nicht gesehen hat, aber dem viel davon erzählt wurde, ich bin der Typ, der Dienstag Nacht irgendwo in Endenich auf einer Europalette gepennt hat, in schwarzem Anzug und einem orangen Rüschenhemd, der, der später orientierungslos durch Bonn gelaufen ist und den Weg trotzdem ohne Probleme gefunden hat, ich bin der, der heute mal wieder stundenlang im Hofgarten gesessen hat und euch die Studiengebührenbefreiung klar gemacht hat. Ich bin der, der will das Grillmeister ein Ausbildungsberuf wird, um auf allen möglichen Veranstaltungen (Fleisch) auflegen zu können. Ich wünsche einen schönen Tag- aber gehen wir das ganze jetzt noch mal in Ruhe an.

Was mussten meine trüben Augen da am Montag feststellen? Karadzic haben sie gefasst. Wow! Ich konnte mich noch ganz dunkel erinnern, den Namen in meiner Jugend schon mal gehört zu haben. Doch darüber möchte ich nichts schreiben. Nicht, weil es mich nicht interessieren würde, sondern weil ich politischen content hier vermeiden möchte. Aber nicht etwa das waren die häufigsten Google- Suchen und WordPress Beiträge, viel interessanter schien der Gina Lisa- Porno zu sein. Unfassbar. Ich will hier keinem zu nahe treten, aber es gab schon viele abgeranzte Tussis, die irgendwann mal ihre Fresse in die Kamera gehalten haben, mit ihren abgeranzten Typen abgeranzte Videos gedreht haben die dann „zufällig“ an die Öffentlichkeit geraten sind. Currywurst- und- Fritten- Porn für eine Currywurst- und- Fritten- Gesellschaft, oder wie soll ich das verstehen? Mir treibt es wirklich die Kotze hoch, wenn ich sowas sehe. Mir wurde berichtet, man bekommt nicht mal anständig was zu sehen, außer einem grunzenden Typen über 30 mit Wampe und ein paar Titten. Darauf hat die Welt gewartet.

Das sind zumindest die Momente, in denen ich mich frage, wann die Apokalypse kommt um uns allen die Scheiße aus dem Hirn zu jagen.

Meine persönliche Apokalypse, als Reinigung von dem ganzen Mist sozusagen, habe ich mir dann am Dienstag einfach selber verpasst. Nachdem ich mir am Samstag bereits ein fesches Outfit für die anstehende Funk- Party zugelegt habe, habe ich mich also in Schale geschmissen. Schwarzer Anzug mit Bootcut, oranges Rüschenhemd und eine dicke Silberne Kette mit Kreuzanhänger. Eine Afro- Perücke konnte ich leider nicht mehr auftreiben, was aber auch gut war, denn, wie ich später feststellen musste, wäre ich damit absolut overdressed gewesen. Der Abend begann mit ein paar Bier, hin und wieder ein Schluck Wodka zwischendurch. Soweit so gut. Was ich nicht bedacht hatte war, dass ich an diesem Tag recht wenig gegessen hatte, was sich mit dem dreifachen Wodka, den ich mir dann genehmigte nicht so gut zu vertragen schien. Wie ein Schlag in die Fresse kam die Wirkung dann auch über mich. Und eigentlich wollte ich nur mal kurz an die frische Luft gehen, mir ein wenig die Beine vertreten, den Magen beruhigen. Also bin ich ein wenig durch Endenich spaziert und gejoggt, aber es wollte nichts helfen. An einer Ecke saß ich dann einen Stapel mit Europaletten, auf denen ich mich niederließ. Das Aufstehen danach machte allerdings alles noch mal ein wenig schlimmer, so dass ich es dann vorgezogen habe mich eine Weile hinzulegen. Früher, so mit 17, 18, habe ich das öfter mal gemacht, aber irgendwie war der Witz weg. Aus dem Haus hörte ich von meinem Platz aus noch die Musik und habe mich dafür verflucht mich so abzuschießen. Es half alles nichts, ich dachte nur noch daran mir meine Tasche zu holen und nach Hause zu gehen. Da war es gerade mal halb 2. Ich habe es bewusst vermieden irgendwem Auf Wiedersehen zu sagen, nur Roman habe ich noch im Flur getroffen, der mich auch direkt mit: „Scheiße, siehst du fertig aus“, ansprach. Ich glaube ich habe ihm dann noch irgendwas erzählt, dass ich ja am nächsten Tag früh raus müsse um dies und jenes noch zu erledigen. Das stimmte zwar auch, zumindest war das der Plan den ich hatte, aber irgendwie habe ich auch da schon angenommen, dass ich wohl nicht früh genug wieder fit sein würde. Als ich in die kalte Nachtluft trat, wusste ich vorerst gar nicht so genau, wo ich eigentlich bin, aber irgendwie habe ich es ohne Probleme nach Hause geschafft. Ich habe mich weder verlaufen, noch auf die Schnauze gepackt, noch bin ich irgendwo gegen gerannt. Nur meine Füße waren lädiert, da die Anzugschuhe nach einigen Kilometern dann doch anfingen unter dem Knöchel zu scheuern.

Als ich am Mittwoch dann schon um 9 Uhr aufwachte wusste ich schon, dass es ein Böses Ende nehmen würde. Wenn man getrunken hat und früh aufwacht ist das immer ein schlechtes Zeichen. So wollte der Kaffee, den ich mir genehmigte, nicht dort bleiben, wo ich ihn gerne gehabt hätte. Irgendwann habe ich es dann geschafft für eine Stunde einzuschlafen, habe geträumt die Uni würde in der Mitte durchbrechen- danach ging es mir besser. Einen weiteren Kaffee mit reichlich Zucker- Versuch habe ich gestartet und diesmal blieb er auch drin. Mir war immer noch flau, aber ich war wieder einigermaßen bei Kräften.

Bin dann erstmal in die Uni gegangen, aber natürlich war das Dekanat da schon zu. Die Zeit so irgendwie rumgebracht und dann ging es auch schon ans Einkaufen für das anstehende Grillen. In einen Supermarkt zu gehen, wenn sich einem beim bloßen Gedanken ans Essen der Magen umdreht ist wahrlich keine gute Idee, aber leider notwendig. Wir haben es aber sogar geschafft noch einen Kasten Bier zu kaufen und zum Poppelsdorfer Schloss zu transportieren. Rückblickend bin ich auch froh darüber mir doch noch ein Steak gekauft zu haben.

Nachdem wir dort den Grill angeschmissen hatten und ich die Empfindlichkeit meines Magens mit einem trockenen Stück Baguette getestet hatte hat mir selten etwas so gut geschmeckt wie das Steak im Anschluss. War dann auch ein ganz netter Abend. Das Bier hat keiner angerührt, weil alle noch unter den Nachwirkungen der Funk- Party zu leiden hatten.

Heute bin ich dann früh aufgestanden, zum Dekanat marschiert, habe alle (endlich komplett) unterschriebenen Papiere abgeholt und bin weiter zum Studentensekretariat gegangen. Natürlich hatte es zu. In was für einem Land leben wir eigentlich, in dem um 11.30 schon Mittag gemacht wird? Das hat also erstmal wieder bedeutet, die Zeit bis 13.30 herum zu kriegen. Zuerst durfte ich mich damit beschäftigen noch einmal die Telefonnummer der Firma aufzutreiben, bei der wir für gestern die Bierbänke- und Tische geliehen haben, damit diese wieder abgeholt werden konnten. Es war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen, aber irgendwie habe ich es dann geschafft. Den Rest der Zeit im Hofgarten gesessen und dann wieder zum Studentensekretariat gelaufen. Die Sonne brannte derweil schon recht heftig, so dass ich nicht behaupten kann, mir hätte nach dem Weg kein Schweiß auf der Stirn gestanden.

Im Studentensekretariat dauerte es dann wenigstens noch drei Minuten und alles war erledigt. Wieder zurück in den Hofgarten, dann Einkaufen, Wäsche aufhängen, Essen und nun ist erstmal Ruhe. Morgen soll es ja noch mal richtig heiß werden, ich hoffe jedoch darauf, das der Wind so bleibt, wie er heute war, dann könnte es sogar ganz erträglich sein.

Ich bin der Typ, der sich jetzt seine Gitarre schnappen wird, der sich einfach zurück lehnen wird und früh ins Bett gehen wird. Ich wünsche euch einen schönen Abend, das war` s fürs erste.

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