Archiv für den Monat August 2008

Zensur in Deutschland

Einleitung

Lange Zeit habe ich mir schon vorgenommen mal über eines meiner Lieblingsthemen zu schreiben, da dies aber vermutlich ein Mammut- Projekt wird, bei dem ich mich in Rage reden werde, in dem ich vermutlich Vergleiche anstellen werde, die einigen übertrieben vorkommen werden, habe ich es bisher immer vor mir her geschoben. Heute aber möchte ich es endlich angehen. Es geht um das leidige Thema Zensur in Deutschland.

Ich werde mich in meinem Text hauptsächlich auf Zensur beziehen, die Filme betrifft, zum einen weil ich da thematisch informiert bin, zum anderen, weil es mich direkt betrifft.

Um auch denen einen kleinen Einstieg zu bieten, die sich bisher noch nicht so sehr mit der Materie befasst haben, werde ich mit einem kurzen Abriss beginnen.

Am Ende des Artikels werde ich ein Verzeichnis mit nützlichen Links anlegen, für diejenigen, die sich gerne weiter mit dem Thema auseinander setzen wollen.

Zur Erklärung (FSK, SPIO/JK & Altersfreigaben)

Die FSK ist eine Tochtergesellschaft der SPIO e.V. und wird als GmbH geführt. Nach eigenen Angaben sind dort 190 Prüfer, auf ehrenamtlicher Basis tätig, 45% sind Frauen. „Unter ihnen sind Journalisten, Lehrer, Psychologen, Medienwissenschaftler, Filmhistoriker, Studenten, Sozialarbeiter, Hausfrauen, Richter und Staatsanwälte.“[1]

Aufgabe der FSK ist es Filme, Videos, DVDs und andere Trägermedien, die für eine öffentliche Vorführung vorgesehen sind in Bezug auf ihre Alterfreigabe zu prüfen. Wichtig zu Wissen ist hierbei, dass jedes Medium neu geprüft werden muss. So muss ein Film im klassischen Zyklus Kino- DVD, mehrmals der FSK vorgelegt werden. Die Vorlage des Vertreibers bei der FSK erfolgt dabei freiwillig, dazu aber später noch mehr.

Nach Ansicht des Materials verteilt die FSK ihre Alterfreigaben, die sich wie folgt gliedern:

Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Freigegeben ab 6 Jahren

Freigegeben ab 12 Jahren

Freigegeben ab 16 Jahren

KJ- Keine Jugendfreigabe (ehemals FSK 18)

Dementsprechend müssen die Filme dann mit den bekannten FSK- Logos versehen werden und dürfen selbstverständlich auch nur mit entsprechendem Alter gesehen werden. Einzige Ausnahme bildet dabei die Freigabe ab 12 Jahren. Filme dieser Kategorie, dürfen bereits von Kindern ab 6 Jahren in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten gesehen werden. (Dies Entspricht ungefähr dem „Parental Guidance“- Vefahren aus den USA.)

Bei den Freigaben von 0- 16 Jahren ist die Einstufung und Handhabung der Gesetze noch recht simpel nachzuvollziehen. Spannend wird es beim ehemaligen FSK 18, heute KJ. Wichtig bei Titeln dieser Kategorie ist zu wissen, dass ein Film der von der FSK ein KJ- Siegel erhalten hat nicht mehr indiziert werden kann. Soweit im Grunde ein Fortschritt. Aber Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn man sich nicht auch für diesen Fall ein Hintertürchen offen gelassen hätte.

So wird bei der KJ- Freigabe noch einmal differenziert zwischen „leichter-“ und „schwerer Jugendgefährdung“. Wie genau bei einem Titel, der keine Jugendfreigabe besitzt eine Jugendgefährdung bestehen kann, darüber sind sich vermutlich nicht einmal die Verfasser des Gesetzestextes im Klaren, aber so sieht es aus.

Um die Tragweite dieser Unterscheidung zu verdeutlichen nehmen wir jetzt einmal den Fall eines Kinofilmes. Dieser wird der FSK zur Prüfung vorgelegt und erhält das KJ- Siegel. Jedoch nicht nur einfach so, sondern mit dem Zusatz „leichte Jugendgefährdung“. Dies bedeutet zweierlei: Er darf so wie er vorliegt im Kino gezeigt werden (dort traut man den Kontrollen nämlich eher als im Kaufhaus), wird jedoch in dieser Form nicht auf DVD, Video etc. erscheinen können. Das heißt für die Auswertung auf DVD müsste der Film, seitens des Vertriebes gekürzt werden, um die KJ- Freigabe zu erhalten, oder der SPIO/ JK vorgelegt werden- aber auch dazu gleich mehr.

Erhält ein Film von Beginn an den Zusatz (schwere Jugendgefährdung) kann er hierzulande auch nicht im Kino gezeigt werden. Es sei denn man nimmt Kürzungen vor, was der zwangsläufige Weg ist, schließlich handelt es sich dabei um ein Produkt, das vertrieben werden soll.

Aber auch für solche Filme besteht im Nachhinein die Möglichkeit einer ungekürzten Veröffentlichung auf DVD.

Und jetzt kommt die SPIO/ JK ins Spiel. SPIO steht hierbei für die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, das JK für Juristenkommission. Das prüfende Gremium selbst ist hierbei die Juristenkommission, bestehend aus drei Mitgliedern, und nicht die Mitglieder der SPIO. Hier wird geprüft, ob ein Film gegen „Bestimmungen des Strafgesetzbuches, insbesondere die §§ 131, 184 StGB und/oder gegen die Strafbestimmungen des Jugendschutzgesetztes,
§§ 27,15 Abs.2 JuSchG, verstößt.“[2]

Und auch hier wird, wie könnte es anders sein, wieder zwei Möglichkeiten.

Die erste ist, dass ein Film, der keine FSK- Freigabe erhielt, zumindest das JK- Siegel erhält, welches ihm dann „keine schwere Jugendgefährdung“ attestiert. Dies bedeutet, dass der Film mit seinem JK- Siegel ungekürzt öffentlich Vertrieben werden darf und wie ein ab 18 freigegebener Titel gehandhabt werden kann, lediglich mit dem Unterschied zu einer KJ- Freigabe, dass er rechtlich immer noch indiziert werden kann.

Die zweite Möglichkeit ist, dass er als „strafrechtlich unbedenklich“ eingestuft wird. Dies ist immer noch keine Beschlagnahme (denn nur Titel, die gegen oben genannte Paragraphen verstoßen, können beschlagnahmt werden), allerdings muss er dadurch wie ein indizierter Titel gehandhabt werden. Das bedeutet, dass er einem Werbe- und Ausstellungsverbot unterliegt- also keine Werbung, keine öffentliche Auslage im Kaufhaus. Auf Anfrage eines volljährigen Kunden, oder beispielsweise in einer Videothek, oder einer anderen Örtlichkeit, in dem der Einlass Personen unter 18 Jahren untersagt ist, darf er angeboten werden. Dies unterscheidet die Indizierung im Übrigen von der Beschlagnahme. Dort ist der VERTRIEB, nicht der Besitz (was viele nicht wissen), generell verboten.

Bei einer JK- Freigabe mit strafrechtlicher Unbedenklichkeit jedoch machen die meisten Labels jedoch einen verständlichen Rückzieher, da dies enormen Umsatzeinbußen gleich kommt.

Um dies noch einmal kurz einzuschieben: auch bei Indizierungen wird wieder unterschieden, ob ein Film auf „Liste A“ oder „Liste B“ indiziert wird. Fall A bedeutet, dass die Filme jugendgefährdent sind, Fall B, dass sie dem Verbreitungsverbot unterliegen.

Das witzige ist, dass eine Indizierung nach 25 Jahren ihre Wirkung verliert. Nur die wenigsten Titel werden erneut indiziert. Auch können Labels (die Rechteinhaber) eine vorzeitige Listenstreichung beantragen. Dies ist in letzter Zeit des öfteren vorgekommen, wie zum Beispiel bei der Nightmare on Elm Street- Reihe. Zum Teil noch indizierte Filme wurden einer Neuprüfung unterzogen und bekamen in der Neuprüfung sogar eine Freigabe ab 16 Jahren. Vielleicht sollte man auch heutzutage etwas vorausblickender  in der Einstufung um so etwas zukünftig zu vermeiden.

Warum aber überhaupt der FSK etwas vorlegen, wenn dies nur Probleme bereiten kann und obendrein noch Geld kostet? Nun, so ganz freiwillig ist die Vorlage dann doch nicht, zumindest nicht, wenn man mit dem Produkt Geld verdienen möchte.

Zwar ist die Vorlage bei der FSK nicht gesetzlich bestimmt und es besteht die Möglichkeit einen Film einfach „ungeprüft“ auf den Markt zu bringen (dies sind dann in der Regel die Filme auf denen steht „kein Verkauf an Kinder und Jugendliche“) allerdings kommt auch diese Möglichkeit einer Indizierung gleich. Das bedeutet ein Film dürfte nicht im Kino laufen, nicht beworben werden, darf nicht öffentlich ausliegen und läuft Gefahr einmal indiziert bzw. beschlagnahmt zu werden.

Wie in dieser Einführung schon deutlich wird ist es kompliziert hier in Deutschland, der Jugendschutz ist, besonders in den letzten Jahren, immer rigoroser angezogen wurden.

Was bei mir jedoch immer wieder die Frage aufwirft:

Warum eigentlich?

Das die Jugend geschützt werden muss ist klar. Das nicht schon fünfjährige sehen sollen, wie jemand brutal ermordet werden soll, darüber braucht man überhaupt gar nicht zu diskutieren. Auch die Existenz der FSK als Richtlinie ist eine gute Sache.

Das Problem, dass sich ergibt ist das der Bevormundung.

Geschmäcker sind verschieden, was dem einen vielleicht beim Zusehen bitter aufstößt, kann aber jemand anderem gefallen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass jeder der sich gerne mal den ein oder anderen „Brutalo- Streifen“ ansieht ein potenzieller Amokläufer ist. Das wäre genauso wie zu sagen, dass jeder, der sich Sexfilme ansieht ein möglicher Vergewaltiger ist.

Leider, leider, leider ist es aber immer wieder das, was in unserer Gesellschaft auflebt. Wir alle erinnern uns noch gut an den Amoklauf von Erfurt im Jahre 2002. Sicherlich ein trauriges Kapitel in der jüngsten deutschen Geschichte und gerade waren die Debatten um den Jugendschutz durch den Amoklauf in Columbine aufgekocht.

Der Begriff der „Killerspiele“ kam auf, die Jugend besessen von Gewaltfilmen und Spielen, blutgeil, abgestumpft, gewaltbereit. Der Sündenbock war so leicht gefunden, dass eine ganze Nation aufschrie und mit dem Finger darauf zeigte. Was man brauchte war ein Name, ein Feind der gefunden war, den man bekämpfen konnte. Um sich wieder in vermeidlicher Sicherheit wiegen zu können.

Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal psychologische Gutachten rezitieren, die eindeutig bewiesen haben, dass sich die Gewaltbereitschaft durch den Konsum dieser Medien nicht vergrößert und die ganze Debatte dadurch sowieso mehr als Nichtig ist, es ist alles so viel simpler.

Fakt ist, dass wir die FSK und die SPIO/ JK eigentlich aus dem Grunde haben, damit solche Medien nicht in die Hände Minderjähriger gelangen.

Es ist auch nicht die Frage danach, warum Schüler zu Amokläufern werden. Haben die Eltern versagt, das soziale Umfeld? Wenn man es auf einen Nenner bringen will sind sie einfach kranke Individuen, denen irgendwann einmal die letzte Sicherung durch geschmort ist. Wenn ein Familienvater Amok läuft oder mal wieder eine Mutter ihren Säugling im Gefrierfach aufbewahrt hat fragt schließlich auch keiner danach, ob sie zu hause öfter mal Counter Strike gespielt haben, oder sich gerne mal das Texas Chainsaw Massacre reingezogen haben.

Durch diese Art des „Jugendschutzes“ hält man zuallererst die schreiende Meute ruhig. Man suggeriert eine Handlung. Der Staat greift ein, das Übel ist an der Wurzel gepackt- ab jetzt wird alles besser. Wird es aber nicht, weil es nicht die wirkliche Ursache ist. Vielleicht ein Trigger, einer von vielen, aber ändern wird es nichts. Es ist eine reine Farce, ein Plazebo.

Bereits vor der drastischen Verschärfung hatte Deutschland einen wesentlich schärferen Jugendschutz als das europäische Umland. Und gerade in Zeiten der EU und (vor allem) des Internets sind solche Taten im Grunde mehr als nichtig. Wer etwas haben will, der kommt auch ran. Sei es durch illegale Downloads oder durch Importe. Und gerade das sollte das Land der EU mit den meisten Nachbarstaaten doch eigentlich mal zum Überdenken seiner Taktik veranlassen.

Hier mal ein paar Fakten zum Vergleich:

In Österreich und der Schweiz werden die FSK- Freigaben meistens übernommen. Indizierungen etc. gibt es jedoch nicht. Dies ist auch der Grund, warum viele Deutsche Labels einen Vertriebsweg über Österreich wählen, um einen Film ungekürzt veröffentlichen zu können. Dadurch wird im Grunde nur eines Erreicht: der Deutsche Kunde muss ein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen, um das zu bekommen, was er haben möchte.

Die höchsten Altersfreigaben in Frankreich und den Niederlanden sind ab 16. In skandinavischen Ländern wie Dänemark oder Schweden gar ab 15. Dort gilt die „PG- Regelung“ sogar für alle Altersfreigaben.

Bringen diese Staaten eine besonders große Anzahl an Amokläufen hervor? Danke. Kein weiterer Diskussionsbedarf.

In Deutschland herrscht zumindest eines: Bevormundung volljähriger Bürger. Immer noch wird mir vorgeschrieben, was ich hören oder sehen darf.

Um eines klar zu stellen: Freigaben unter 18 begrüße ich auch nicht unbedingt, würde eventuell soweit gehen wieder eine Freigabe ab 21 einzuführen. Dann aber ohne den ganzen Schnickschnack der verschiedenen Einteilungen innerhalb der einzelnen Freigaben. Hat ein Medium seine Freigabe erhalten, so ist diese auch nur jenen zugänglich, die besagtes Alter erreicht haben. Und wenn wir hier mit 18 Jahren als volljährig gelten, dann ist das eben so und es muss auch unter dem Deckmantel des Schutzes der Jugend dagegen gearbeitet werden. Mit 18 können Idioten durch die Gegend laufen und die NPD wählen, aber es werden Medien beschlagnahmt, die (angeblich) gegen die §§ 131, 184 StGB verstoßen?

Das Problem ist, niemand stellt sich wirklich dagegen. Es sind zu wenig Leute, die gerne ihre „Killerspiele“ spielen, die gerne mal den ein oder anderen Splatterfilm gucken. Und den meisten anderen ist es schlichtweg egal. Diese Egalität führt uns dahin wo wir sind. Es wird einfach nicht verstanden, weil man sich nicht damit auseinander setzt, weil es einem selbst nicht gefällt. Das schlimme an der FSK ist, dass dort Hausfrau Petra Berger (Name frei erfunden) sitzt und „Blutgierige Kannibalen schlachten Jungfrauen“ (Name ebenfalls frei erfunden) eine Altersfreigabe erteilen soll. Petra hat nie zuvor einen Splatterfilm gesehen, guckt sich viel lieber Olli Geißen an, während das Mittagessen auf dem Herd steht, hat keine Ahnung von der Materie und auch kein Interesse daran. Was sie sieht findet sie ekelerregend- und da haben wir den Salat. Die Arbeitsweise der FSK ist dabei leider auch sehr beliebig. Je nachdem bei wem ein Film landet, je nachdem wie dessen Tag gerade war, wird bewertet. In den USA hat man dafür wenigstens Listen nach denen transparent gearbeitet wird.

Und wenn Petra nicht ehrenamtlich bei der FSK arbeitet, weil ihr langweilig ist, tagein tagaus nur zu kochen und zu putzen, erfährt sie von ihrem Kind vielleicht von diesem neuen Film über den momentan alle reden. Sie wirft einen kurzen Blick darauf, findet es abstoßend und marschiert schnurstracks zum nächsten Jugendamt. Dort fordert sie, dass ein Indizierungsantrag eingereicht wird. Das Video landet bei der BPjM (Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien) und dort wird es indiziert. Noch schlimmer: es landet vor einem Gericht und wird beschlagnahmt. Einfach so, nur weil es Petra nicht verstand, weil Petra es nicht mochte. Weil es zu wenige Leute gibt, die sich dagegen stellen. Andersherum funktioniert es allerdings. Als Beispiel Til Schweigers Film „Kinohrhasen“. Von der FSK anfangs mit einer Freigabe ab 6 Jahren bewertet, beschwerten sich viele Leute, ob des doch derben Vokabulars, so kam es, dass die FSK ihre Meinung änderte und eine Freigabe ab 12 erteilte. Über die Seriösität dieses Urteils lässt sich auch wieder streiten.

Aber auch das ist wieder etwas, was den meisten schlichtweg egal ist. Das ganze führt dazu, das viele Menschen, die es eigentlich nicht kümmert, die einen harten Film nur durch Zufall sehen und ihn eigentlich abstellen könnten, einfach eine Beschäftigung brauchen.

Ich mag Thomas Mann nicht. Soll ich deswegen aus seinen Werken einzelne Seiten, die mir am wenigsten gefallen herausreißen, damit sie niemand mehr lesen kann. Nur weil ich der Meinung bin, sein Satzbau sei abstoßend? Soll ich fordern, man solle ihm seine Ehrendoktorwürde an der Bonner Uni aberkennen, weil ich den Typen einfach nicht leiden kann? – Ich merke, das ganze hatten wir irgendwann schon einmal. Da war es auch egal. Da hat es niemanden gekümmert, da haben sie alle mitgemacht und fanden es gut.

Heute sind wir wieder auf dem gleichen Weg. Eine große Zensurwelle schlägt um sich. In Jahr 2008 wurden bisher sechs Filme nur gekürzt in den deutschen Kinos gezeigt, 17  (weitere)Filme wurden nur gekürzt in Deutschland auf DVD veröffentlicht, 11 Filme (davon nur einer, der in der Kinoauswertung betroffen war) mussten gekürzt werden um eine KJ- Freigabe zu erhalten, davon abgesehen, gibt es etliche Computerspiele die nur in entschärften Fassungen in Deutschland erschienen sind, oder erscheinen werden (die Prüfungen sind schon abgeschlossen). Das ist Zensur, eine krasse Art der Zensur. Fiktiven Werken wird hierbei schon vorausblickend Gewaltverherrlichung unterstellt. Wobei jedem Volljährigen, der sowieso nur Zugang dazu bekommen soll, unterstellt wird die Grenzen zwischen Fiktionalität und Realem nicht mehr trennen zu können. Was wir uns geschaffen haben ist eine selbstverschuldete Unmündigkeit, wie es Kant schon einmal so schön beschrieben hat.

In Deutschland sind derzeit 2950 Filme und 495 Spiele indiziert. 406 weitere Filme sind beschlagnahmt.

Und die einzigen die es momentan zu merken scheinen sind die „Gorehounds“ und die „Zocker“, denen paar, denen es nicht scheißegal ist, die nicht einfach darüber hinwegsehen oder es sogar noch begrüßen.

Links

Hier nun die versprochene Liste von Links zur weiteren Information. Viele meiner Informationen berufen sich ebenfalls auf diese Seiten (Stand: 31.08.2008)

FSK

SPIO

BPjM

MPAA (Motion Picture Assosiation of America)

Schnittberichte

Altersfreigaben Europa

Indizierte Medien

Das Ende des Fernsehens?

Ist das Ende des Fernsehens allmählich erreicht? Werden sich die Sendungen ins Internet verlagern? Eine Ende des Sendezeitausgerichteten Lebens. Einen weiteren Schritt dahin tut derzeit Ulmen.tv und stellt auch inhaltlich eine krasse Mediensatire dar.

Denke ich an meine Kindheit zurück, erinnere ich mich noch, wie ich zusammen mit einem Freund panisch vom Spielplatz aufgebrochen bin um die neue He- Man Folge zu sehen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Videorecordern ließ dieser Trend nach, seit dem Siegeszug von YouTube und Co. scheint er gänzlich zu verschwinden. Wir sind nun nicht mehr zeitgebunden, nicht mehr programmabhängig. Jede Information ist weltweit, zu jedem Zeitpunkt, abrufbar. Das Befreit einerseits, nimmt uns aber auch die Entscheidungsarbeit ab, Prioritäten zu setzen. Früher war jedem klar: dieser Typ da hat ein ernsthaftes Fernsehproblem. Wenn Verabredungen verschoben wurden, wenn das alltägliche Leben auf die Programmzeitschrift abgestimmt war.

Heute hat jeder die Möglichkeit ein heimlich zu betreiben. Wenn die Zeit es gerade zulässt, wenn man sich langweilt, wenn man mal wieder nicht schlafen kann, wenn man einfach mal wieder vor dem Rechner versackt. Aber darum soll es im Grunde gar nicht gehen. Fakt ist, dass das Internet nicht mehr nur eine Gefahr für die Printmedien darstellt, sondern auch zur immer ernster zu nehmenden Konlurrenz für das gute alte Fernsehen wird.

Als Fortsetzung der, leider nicht sehr erfolgreich gelaufenen, Sendung „Mein neuer Freund“ startete heute Ulmen.tv mit einer Pressekonferenz. Drei bereits bekannte Charaktere werden hier ins Rennen geschickt, als Teilnehmer/ Moderatoren fiktiver Reality- Shows. Das Traurige dabei ist, die Konzepte sind genauso real wie die von RTL, Pro7, Kabel 1 und co. produzierten Shows.

Hamburger Lebenskünstler Knut Hansen besucht hier einen bayrischen Bürgermeister (natürlich CSU- Mitglied), der die Schönheit seiner Stadt anpreist. Das heißt in seinem Sinne: kaum Schwule, nur neun Ausländer.

Alexander von Eich bekommt es in seiner Sendung „Alexander von Eich hilft“ mit Hartz IV- Empfängern zu tun, die sich von ihm erniedrigen lassen müssen um ihren vermeidlichen Weg aus den Schulden zu finden.

Dritter im Bunde ist Uwe Wöllner. Aus dem Freak soll anhand von Personality Beratung ein echter Kerl gemacht werden.

Die Konzepte sind sehr vertraut und auch das gezeigte unterscheidet sich nur insofern von den bekannten Sendungen, dass die Charaktere Situationen zu überspitzen wissen. So grenzt das Motivationstraining Alexander von Eichs schon beinahe an trauriger Realität und regt mehr zum Mitleid an, als es die heuchlerischen Versuche bei RTL (und den anderen) jemals geschafft haben.

Das Interessante an der gesamten Sendung ist, dass sie ausschließlich im Internet zu sehen ist. Vermutlich eher als Konsequenz daraus, dass Pro7 damals „Mein neuer Freund“ absetzte, doch ergeben sich daraus nun viele weitere spannende Möglichkeiten. So ist die Verknüpfung mit den Blogs der Charaktere und Twitter um einiges simpler, als würde man zum Beispiel der Super Nanny einen Twitter- Account zur Verfügung stellen und dies am Ende der Sendung einblenden.

Die Frage ist natürlich, ob in naher Zukunft das Fernsehen zu einem Ende kommen wird, die Sender lediglich für das Internet produzieren werden.

Vorteile dabei wären, dass Sendungen schneller abgesetzt werden können. So verschwindet vielleicht der leidige Trend der Überflutung durch Talk-, Gerichts-, Casting- und Reality- Shows. Vielleicht sind wir alle dann nicht mehr abhängig von den 5640 Haushalten, die derzeit das Fernsehprogramm repräsentieren. Vielleicht ein Abschied vom Verblödungsfernsehen, vielleicht eine Möglichkeit.

Da aber Flexibilität und Medien nicht sonderlich gut miteinander zu harmonieren scheinen, stehe ich der Umsetzbarkeit noch etwas skeptisch gegenüber. Wenn sich jedoch ein Weg finden sollte, könnten wir alle gerade Zeugen davon werden, wie die ersten Schritte getan werden.

Fäkaler Wahnsinn

Als Konsequenz aus dem Vorhaut- und Pornogeblogge der letzten Tage sehe ich mich verpflichtet auch dieses Thema nicht zu unterschlagen. Ein weiteres Highlight aus den Tiefen des Web 2.0.

Natürlich ist mir bekannt, dass es die seltsamsten Neigungen gibt. Das eine Menge Perverse da draußen herumlaufen ist mir auch klar. Doch gestern bin ich zu zwei Schlüssen gekommen:

1.) Ich sollte aufhören nach den Suchbegriffen mit denen meine Seite gefunden wird auch zu googeln.

2.) Ich sollte aufhören auf jeden Mist zu klicken, der sich in der Googel- Zusammenfassung lustig anhört.

Es gibt anscheinend Leute, dir irgendwo in ihrer analen Phase hängen geblieben sind- bzw. irgendwo dazwischen. In dem schönen Forum mit dem viel sagendem Namen „Outdoorpinkeln“ können sie sich untereinander austauschen. Da gibt es Berichte über die tollsten neuen Pissoirs, die dann angepriesen werden.

Ich habe leider auch noch nicht so ein Teil gesehen oder benutzt. Da würde ich dann schon extra ein paar Bier trinken, um es ausgiebig zu testen“, heißt es da. Und jemand anders erzählt ganz stolz: „Da können vier Personen gleichzeitig stehend für jeden sichtbar gegenpinkeln.“

Des Weiteren gibt es auf der Seite auch sehr aufschlussreiche Diskussionen, über die ersten Erlebnisse, der „Entleerung“ im freien.

Das wirklich Schöne ist, dass hier die Leute ihre Erfahrungen bis ins kleinste Detail ausschmücken. Leuten, die sich leicht ekeln, möchte ich jetzt schon mal davon abraten an dieser Stelle weiter zu lesen, auch wenn der Unterhaltungsfaktor enorm ist.

Da berichtet unter anderem eine 21 jährige Dame von ihrem Besuch bei Rock am Ring. Nachdem sie dort erstmals gefallen daran gefunden hatte auf Dixi- Klos zu verzichten, ging es am nächsten Tag ans „Eingemachte“.

„(…)haben aber auch schon andere für sich entdeckt sagte Susi denn dort waren bestimmt schon fünf Kackhaufen und Susi meinte ich kann nicht kacken wenn ich nicht meine Ruhe habe. Sie bat mich schmiere zu stehen und so stellte ich mich seitlich neben den Asthaufen so das ich zu ihr und in die drei anderen Richtungen sehen schauen konnte sie hocke sich ab und ich schaute das keiner kommt es dauerte nur eine minute und da stand sie schon neben mir und meinte die nächste bitte ich schaute rüber und sah das sie nur eine kleinen Haufen ich musste schon richtig doll und so ging ich hinter den Haufen und Susi stand schmiere ich spürte den Alk und ich hatte fast keine Hemmungen also hockte ich mich hin und fing gerade an(…)“

Wie man sieht, auch an der Interpunktion wird hier gerne einmal gespart. Aufgrund der doch sehr Detailgetreuen Erzählweise warf sich bei mir natürlich die Frage auf, ob da wohl ein Fake- Account in dem Forum unterwegs sein könnte. Wie ich dann aber im direkt daran anschließenden Kommentar erfahren habe ist:

„Deine Geschichte (…) typisch für den Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit dem Wald oder anderen Gelegenheiten, um unnötigen oder drückenden Ballast loszuwerden.“

…das große Geschäft finde ich dabei noch einen Tick aufregender…“

Das Spannende ist, dass diese Menschen wirklich eine riesige Freude dabei/ daran schildern. So suchen einige stundenlang nach geeigneten Plätzen, trinken mit Absicht besonders viel um gezielt einen bestimmten Ort aufzusuchen.

Es sei ja schon das Größte irgendwo im Freien zu pinkeln, aber: „im Winter einen Haufen in den Schnee zu setzen… einmalig!“

Ich könnte noch ewig so weitermachen. An Beispielen ist genug da, so dass ich gar nicht weiß wo ich am besten anfange. Aber die wirklich ekligen Sachen möchte ich dann doch ersparen.

Allen die vielleicht selber noch auf der Suche nach einer ausgefallen Location sind, denen möchte ich die Bonner Unitoilette empfehlen. Die ist zwar nicht sehr öffentlich, dafür extrem schmutzig und besonders geruchsintensiv- und den ganzen besonderen Kick geben die kleinen Handelsgeschäfte, die dort außerdem abgehalten werden, wenn mal wieder Besuch aus dem „Bonner Loch“ da ist.

Doch auch in meiner ganzen Erheiterung über dieses Thema möchte ich darauf hinweisen, dass es auch in diesem Forum zum Teil politisch zugeht:

„Ich habe langsam den Eindruck, daß mit der Aufregung über Wildpinkler von Politikern und offiziellen Stellen von den wahren Problemen abgelenkt werden soll.“

Und genau das ist es. Ob Wildpinkler oder nicht, ob öffentlich oder in den eigenen vier Wänden. Am Ende bleiben wir eines: Teil eines Masterplans, dem wir uns unterworfen sehen. Und seien wir mal ehrlich, am Ende zählt nicht, wer wo gepinkelt hat, sondern, wer noch die Kraft hat zu warten.

Oder wie ein weiser Mann einmal sagte:

„(…)daß wir alle das Pinkeln in freier Wildbahn geniessen ist klar. Aber wie sieht es mit dem Davor aus? Könnt ihr es geniessen, euren Urin einzuhalten in der Vorfreude ihn bald genüsslich lauefen zu lassen? Ich kann das Einhalten nur dann geniessen, wenn ich damit spielerisch umgehen kann. Wenn ich zum Beispiel auf einem Volksfest bin, kann es mir Spass machen meine Blase zu füllen und mir zu überlegen, wie ich mich wo mit Genuß wieder erleichtern kann. Aber ich war neulich auf einem Volksfest auf einem neuen Festgelände, da hat der Anblick der zahlreichen Ordungskräfte das Gefühl in meiner Blase schlagartig zu einem unangenehmen Druck werden lassen. Aber zum Schluß habe ich im Bierzelt doch noch unter den Tisch gepinkelt. Das musste einfach sein -)


Nebenbei.

Auf lange Sicht gesehen langweilt das Internet ja schon irgendwie. Die Nachrichten wiederholen sich alle, die Pornos sowieso, Promi- News waren noch nie abwechslungsreich und sollten auch einen normalen Menschen nicht interessieren, bei Twitter geht es auch nur darum mal einen besonders lässigen Satz raus zu hauen, und Blogs sind auch so schrecklich monoton. Familie, Nachrichten und die Hilfeschreie einer Generation von 17 Jährigen, die offensichtlich jeden Glauben verloren hat, verblendet ist von Fotolovestories, die sie in der Bravo gelesen hat.

Wie dem auch sei. Ich klickte weiter und weiter und weiter, war schon am absoluten Tiefpunkt angelangt, da fand ich dann doch eine Seite zwischen all diesem Datenmüll, die mein Interesse geweckt hat.

Und ohne weiter darauf einzugehen sage ich nur noch eins: hier ist mein Mixtape, Baby! Es ist nicht durchkonzipiert, es ist nicht thematisch strukturiert, es sind einfach nur meine beschissenen Songs des Tages.

[mixwit_mixtape wid=“5b17705f222e37b2375ed1430578760d“ pid=“4e0a7590ab0485b80ead792cd8eaa3df“ width=“426″ height=“327″ center=“true“]

Porno, Junge. Krasser, geiler Porno!

Vor einigen Wochen habe ich mich ja noch köstlich darüber amüsiert, nach was manche Leute so googlen. Mittlerweile macht mir das doch Sorgen.

Als ich merkte, das dieser Blog gefunden wird, wenn man nach „Ficken in Bonn“ war ich ja fast noch begeistert. Als dann Suchen wie „Altes Loch fick mich“ dazu kamen machte ich mir Sorgen. In den letzten Tagen allerdings liegen meine Google- Referrer, die nach pornografischen Inhalten suchen bei knapp 50%.

Ein paar Auszüge: „Porno“, „Porno Limbo“, „alle Löcher der Welt“, „15 Minuten Porno“ und (das schlimme ist, das muss jemand heute zum Frühstück gesucht haben) „eine frau wurde von 2 schwänzen gleichz…“ mehr wird nicht angezeigt, doch ich kann mir denken, wie es weiter geht.

Ich bin mir auch dessen bewusst, dass dieser Eintrag nicht unbedingt hilfreich ist, solche Hits zu vermeiden (auch der Titel ist hierbei bewusst als Hitfänger gedacht)- dennoch möchte ich den fleißigen Googlern an dieser Stelle ans Herz legen für diese Suche einfach youporn zu benutzen. Das ist doch viel treffsicherer.

Der Klassiker „Ich kotzt jetzt erstmal ins Treppenhaus“ erfreut sich ebenso weiterhin großer Beliebtheit. Entweder will hier jemand testen, ob man diese Seite tatsächlich auf diese Weise findet, oder es scheint der neue Trend diesen Sommer zu sein.

Wenn ich jetzt jedoch schon wieder dabei bin auf die Suchbegriffe einzugehen, möchte ich auch denen helfen, bei denen ich es kann:

Wer auch immer es war, der mal nach „Album ohne Titel fantasiesprache“ gesucht hat. Falls du dich doch noch einmal hier her verirren solltest: Dabei handelt es sich eindeutig um das „Untitled“ von Sigur Ros. Ein wirklich grandioses Album, dessen Kauf in jedem Fall lohnt.

Ein weiterer hat mal nach „Geldwechsel auf Fähre nach London“ gesucht hat. Ja, das ist möglich, wenn auch der Wechselkurs etwas schlechter ist, als direkt vor Ort. Ist aber keine große Abzocke. Wenn man erstmal einen kleinen Betrag eintauscht, macht es schon Sinn.

Das soll es erstmal gewesen sein. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Sperma das Fenster zu… damit das nicht Vorhaut

Ein Schreibfehler in der Überschrift? – Nicht ganz.

Nachdem Kata am Sonntag ein sehr verwunderliches Gespräch mitbekommen hat, musste ich mich erstmal schlau machen, ob es tatsächlich gängig ist die Vorhaut nach der Beschneidung aufzubewahren. Leider habe ich keinen Fall entdecken können, in dem sie in ein Album geklebt/ geheftet (was zur Hölle macht man mit so einer Vorhaut?) wurde, allerdings scheint es hin und wieder doch vor zu kommen, dass das gute Stück vom guten Stück abgewahrt wird.. So habe ich von einigen Fällen lesen können in denen sie in Alkohol konserviert wurde- was ja noch in Ordnung ist- bin darauf gestoßen, dass die Vorhaut von keinem geringeren als Marylin Manson auch noch irgendwo herumschwirrt (angeblich in einer Dose verwahrt) und diese sogar bei Ebay verschleudert werden sollte. So weit so gut.

Meine Recherche führte mich des Weiteren auf die Spuren der „Heiligen Vorhaut“. Wem die gehören könnte, scheint ja nicht all zu schwer zu erraten zu sein. Der Wikipedia- Artikel dazu ist eine einzige Wonne.

„Die Reliquie der Heiligen Vorhaut soll Papst Leo III. von Karl dem Großen anlässlich seiner Kaiserkrönung am 25. Dezember 800 in Rom geschenkt worden sein.“

Ich kann mir auch nichts schöneres Vorstellen, als ein 800 Jahre altes, vertrocknetes Stück, faltiger Haut geschenkt zu bekommen. Wer mir also eine Freude machen möchte, kann schonmal die Messer wetzen.

Irgendwann soll sie dann auch mal von einem deutschen Söldner gestohlen wurden sein und tauchte irgendwann in Antwerpen auf- einfach so.

Eine Vorhaut geht auf Reisen- wäre auch mal eine prima Idee für ein jüdisches Kinderbuch.

Ein weiterer Buchtitel den ich mir unbedingt merken werde ist „De Praeputio Domini Nostri Jesu Christi Diatriba“. Was dann auf Deutsch so viel heißt wie: „„Vortrag über die Vorhaut unseres Herrn Jesus Christus“.

Ich find das ganze einfach nur spitze.

Was mich nur wundert ist, wie man überhaupt in den Besitz dieser Reliquie gekommen ist. Wie es nun mal jüdischer Brauch ist, wurde Jesus acht Tage nach seiner Geburt beschnitten, am 1. Januar also. Danach folgt bis zur Übergabe an Papst Leo III. erstmal nichts. Das sind 800 Jahre. Ich frage mich: Wer hat sich die Vorhaut damals eingesteckt? Wer kommt auf diese Idee? Was ist damit geschehen?  Was hat sie über all die Jahrhunderte hinweg gemacht?

Wer hat sie konserviert? Und wie wurde es gemacht?

Oder kann man sich das Ganze tatsächlich wie Dörrfleisch vorstellen?

Da fällt mir nichts anderes mehr zu ein als zu sagen: Guten Appetit!

Auch wenn ich die Kirche für ihren Einfallsreichtum und ihr Auge für das kleinste Detail (hier passt es sogar wie die Faust auf`s Auge) bewundere, aus wirklich allem eine Reliquie zu machen, wenn es irgendwie möglich ist.

Anmerkung:

Na klasse. Jetzt habe ich mich für einen kurzen Moment schon wie der Revoluzzer unter den Bloggern gefühlt, dachte ich sei der erste, der über so etwas Weltbewegendes wie die Heilige Vorhaut geschrieben hat. Tja, hat nicht sollen sein. Und wieder einmal war jemand schneller.

Doch ich bleibe am Ball.

Bloggen?

Die Frage:
Wie schreibe ich ein erfolgreiches Weblog? Mit stetig hohen Besucherzahlen, mit vielen Stammlesern, die sich für das interessieren, was ich schreibe?

Die Antwort:

[Erste Variante]:

Ich weiß es doch verdammt noch mal auch nicht.

[Zweite Variante]:

Möglichkeit A)

Ich werde eine junge Mutter, gründe eine kleine Familie und schreibe ganz locker über die Entwicklung meines Kindes. Werfe mich hinein in den großen Junge- Mütter- die- Weblogs- schreiben- Zirkel und werde ein Teil davon. Wir geben einander Ratschläge, schreiben von den kleinen und noch kleineren Problemen, die sich in unserer kleinen Welt, zwischen Babysabber und Nuckelflasche ergeben. Und das war es dann. Junge Mütter scheinen alles zu lesen, was man zu dem Thema nur lesen kann. Egal von wem, egal worüber. Und selbst wenn man sich nur überlegt mal seinen Kaffee im frisch geputzten Bad zu trinken- und das auch noch schreibt. Dann hab ich` s geschafft.
Aber verdammt, ich bin keine junge Mutter und ich werde auch niemals eine sein. Häkeln kann ich auch nicht, und zeichnen erst recht nicht.

Bleibt also nur Möglichkeit B)

Ich schreibe über Handys, PCs, Autos und was sonst an Technik- Kram so interessiert. Jeder mag Technik, jeder plant sich in naher Zukunft irgendetwas Technisches anzuschaffen. Das wäre meine Nische. Es gibt zwar schon 1000 Seiten dieser Art, aber die gibt es zu jedem Thema. Wenn man es gut macht, landen die Leute schon bei einem. Da gibt es nur einen Knackpunkt: Ich habe keine Ahnung von Technik. Zumindest nicht genug. Ich habe auch nicht das Geld (und noch weniger Interesse) allen möglichen Scheiß durchzutesten und darüber zu schreiben.

Was bleibt mir also anderes übrig? Mir Mühe zu geben halbwegs regelmäßig und qualitativ hochwertig zu bloggen? Zumindest so lange, bis ich mir eine Stammleserschaft erschrieben habe, die dann auch den banalen Schwachsinn liest, den ich von mir gebe? Auch das ist leichter gesagt, als getan. Um immer zu wissen, was die Leute gerade interessiert, brächte ich eine Redaktion, aber was hat das dann noch mit einem Weblog zu tun?

Es ist ganz schön schwierig im Web 2.0 zu existieren, ganz schön hart am Ball zu bleiben, irgendwie angesagt zu sein. Dieser ganze Web 2.0- Kram ist das neue Hollywood, ich sag es euch.
Ich sehe sie schon dasitzen, Blogger auf Koks, oder mit gravierenden Alkoholproblemen,oder beidem, weil sie dem Leistungsdruck nicht mehr standhalten, die Erwartungen einfach zu hoch sind. In 20 Jahren tropft ihnen ungehemmt der Geifer vom Kinn wenn sie gerade vom kalten Entzug zurückkehren, auf ihrer Terrasse sitzen und sie werden sich daran erinnern, wie man ihnen mal tausende von Euros in den Rachen gepumpt hat, für jeden neuen Eintrag. Darauf wird es hinauslaufen. Und sie werden zitternd die Wolldecke, mit ihren Gicht zerstörten Fingern umklammern, die ihre Beine im Rollstuhl warm halten soll. Und irgendwo auf einer Insel in der Karibik liegt grinsend eine alte Frau, die reich geworden ist, weil sie irgendwann einmal über ihr erstes Kind geschrieben hat, dann über das zweite, und so weiter…

Wenn…

man schon mit seiner Arbeit fertig ist und nicht weiß was man anstellen soll, die Ideen aber gerade so schön fließen, kann man die Zeit auch nutzen und etwas schreiben.

Ideen und Fragmente ausarbeiten, etwas runterschreiben, was vielleicht nur Aufschluss über die Tagesverfassung geben mag, aber dennoch beschäftigt.

In diesem Sinne: Es gibt schon wieder etwas Neues im geistigen Abfalleimer. Pessimistischer Text über die Liebe habe ich es mal getauft- und vielleicht gibt es ja Anlass zur Diskussion- und vielleicht werde ich es auch noch mal um einen optimistischen Text ergänzen.

Kleine Apokalypsen

Für alle die es hier verpasst haben, und auch um alles etwas übersichtlicher zu machen, habe ich die Apokalypse # 1 nun auch auf dieser Seite unter Kurzgeschichten eingefügt. Mit einem Umfang von 42 Seiten vielleicht etwas zu lang für eine Kurzgeschichte, aber vielleicht auch als eine Anreihung vieler zusammenhängender Kurzgeschichten zu betrachten.

Nebenbei möchte ich auch anmerken, dass ich mit Apokalypse # 2 begonnen habe. Momentan bin ich mir noch unschlüssig, ob ich dafür wieder ein neues Blog einrichten werde, oder die Geschichte in ihrer Gesamtheit einfach hier veröffentlichen werde, da sie wohl nicht so umfangreich wie der erste Teil werden wird.

Dog Day Afternoon

Da liegt er und schaut mich an. Tut ganz harmlos, mit seinen großen treuen Augen, aber ich erkenne seine innere Bestie. Du willst ein Stück von mir, du Mistvieh? Das kannst du vergessen!

Ich stehe an der Straße. Etwa fünfzig Meter von mir entfernt liegt der Hund. Das ist der Stand der Dinge. Wir blicken einander an, wie bei einem Duell zur Mittagsstunde. Es ist Mittag- vermutlich wissen wir das beide. Das hier ist mehr als nur ein Revierkampf. Das hier ist der Kampf zwischen menschlichem Verstand und tierischem Instinkt. Und ich habe Angst ihn zu verlieren.

Dabei wollte ich eigentlich nur meinen Router abholen. Ich wusste nicht genau wohin ich musste, habe schnell den Stadtplan gecheckt, mir die Route einigermaßen gemerkt, habe auf den Bus verzichtet und bin losgegangen. Einmal zu früh rechts gegangen und habe dadurch einen Umweg gemacht. Nach 45 Minuten Fußmarsch war ich dann jedoch am Ziel und musste feststellen, dass ich die Gegend sogar kenne. Genau genommen bin ich einmal da gewesen, aber das reicht ja in der Regel auch.

Es lag nur noch eine Straße vor mir. Nur eine einzige Straße, an deren Ende mein Ziel lag. Überhaupt kein Problem habe ich mir gedacht- falsch gedacht!

Nichtsahnen schritt ich voran, als ich ihn dort liegen sah. Vor dem Eingang eines Hauses, herrenlos, kettenlos. Eigentlich wäre es mir egal gewesen. Doch dann ist er aufgestanden, kam auf mich zu, hat gebellt- bösartig gebellt. Ich machte ein paar Schritte zurück und er legte sich wieder hin.

Und jetzt steh ich hier. Warte auf meine Chance an ihm vorbei zu kommen. Ich habe Zeit, oh ja, die habe ich. Der Paketshop hat sowieso noch Mittagspause. Ich warte auf Menschen die auch an dem Hund vorbei müssen, ich würde einfach neben ihnen entlanggehen, dann würde sich das Vieh entscheiden müssen, wen von uns es anfällt.

Das Schlimme ist: eigentlich habe ich keine Angst vor Hunden. Da gab es nur diese zwei Erlebnisse in meinem Leben, die mich kritisch wurden ließen. Der kleine Dackel von Bekannten meiner Mutter, der mir mal in die Kniekehle gebissen hat, als ich neun war. Und die beiden großen Hunde vom Bauernhof um die Ecke. Damals, als ich 16 war. Als ich gerade mit dem Fahrrad aus der Schule kam. Als sie hinter mir her liefen. Als einer von ihnen nach meinem Fuß schnappte. Aber sie haben es nicht geschafft. Damals war ich noch jung und schnell.

Aber heute bin ich träge. Im Spurt hätte ich mich nie mit einem Hund messen wollen. Zeig ihm, dass du keine Angst hast, denke ich mir. Aber immer wenn ich ein paar Schritte nach vorne mache und er sich langsam erhebt, ist das alles für den Arsch.

Er weiß, dass er der Chef in dieser Straße ist. Ich kann nichts machen außer weiter zu warten. Dann kommt das Herrchen heraus. Spielt kurz mit dem Hund. Ich nehme meine Chance war. Gehe so schnell es geht, komme bis zum Ende der Straße, hole mein Paket, bleibt nur noch eine Hürde. Der Rückweg. Ich blicke die Straße hinauf und kann den Hund nicht erkennen. Vielleicht ist er drinnen, denke ich mir. Ich scheiß einfach drauf, bereite mich innerlich auf einen Kampf vor, umklammere das Paket fest, bin darauf eingestellt ihn im Zweifelsfall einfach mit dem Router zu erschlagen.

Und da liegt er, ich konnte ihn nicht sehen, halb hinter einer Hecke. Er schaut mich an. Schweiß tritt mir auf die Stirn, ich spüre das Adrenalin. Aber ich gehe ruhig weiter. Er schaut mich an, ich schaue ihn an- vielleicht kann er meinen Schweiß riechen, aber er sieht die Entschlossenheit in meinen Augen. Er steht nicht aus und er bellt auch nicht. Vielleicht war es vor einer halben Stunde auch nur Zufall, dass er bellte.

Als ich um die Ecke biege und mich in Sicherheit wiege, kann ich nur noch darüber lachen. So was bescheuertes aber auch. Eine Situation wie in einem Zeichentrickfilm, wäre das Leben mehr wie Fernsehen hätte ich mir ein Katapult gebaut oder mir Rollschuhe angezogen und mir eine Rakete auf den Rücken geschnallt. Leider ist es nicht ganz so wie im Fernsehen. Aber lustig war es trotzdem.

Da sind wir wieder

Als Wiedereinstieg mal eine kleine Rezension, habe ich mir so gedacht.

Da bin ich also wieder. Ich habe mir gedacht, ich spare mir die Bloggerei dann doch erstmal, bis ich wieder eigenes Internet zur Verfügung habe. Außerdem hat mir das noch etwas mehr Zeit für meine Seminararbeit verschafft, die ich gut gebrauchen kann.

Wo fang ich an? Ich habe zwei Ideen für Texte, könnte eine Rezension schreiben.

Aber erstmal möchte ich erwähnen, dass mich der Telekom- Mann heute aus der Dusche geholt hat. „Seien sie zwischen 8 und 16 Uhr zu Hause“ hieß es. Den Wecker also auf 7.30 gestellt, Kaffee aufgesetzt und ab unter die Dusche. Gerade hatte ich die Haare eingeseift, da klingelte es. Scheiße, dachte ich.

Schnell ein Poloshirt übergezogen, auf den Summer gedrückt, ein Handtuch um die Hüften gewickelt, ein weiteres um den- noch nicht gespülten- Kopf. Natürlich hab ich dann, wie ich da Stand, direkt mal meine Nachbarin kennen gelernt.

Der Techniker kam dann hoch, checkte die Buchse, in der Zeit habe ich mir dann eine Hose angezogen.

Nun ja, war schon eine seltsame Situation, aber immer noch besser als den ganzen Tag warten zu müssen. Immerhin läuft das Internet jetzt wieder. Soviel dazu. Nun ab zur Rezension (man möge sich denken können, was jetzt kommt):

Am Mittwochabend die Premiere von Dark Knight gesehen. Ich werde diesen Artikel nicht in die Rezensions- Abteilung verfrachten, da ich den Film dazu noch mal sehen müsste.

So viel Vorweg und ohne zu spoilen- enttäuscht wurde ich nicht. Vom Hocker gehauen, wie es die IMDB- Bewertungen erhoffen ließen wurde ich aber auch nicht. Der Anfang war spitze, danach flachte es zeitweise etwas ab. Heath Ledger gibt/ gab einen hervorragenden Joker (was jetzt auch nicht überraschte, aber immerhin da war die Jubelei berechtigt), der aber ruhig noch etwas mehr Tiefe hätte bekommen können.

Ein paar gute Jokes, (aus BB) bekannt solide Besetzung, eine runde Story- die immer darum bemüht ist logisch zu sein und jedwede möglichen Fragen bezüglich Bruce Waynes/ Batmans Identität im Klaren zu lassen.

Was mich, wie auch schon bei Batman Begins, gestört hat war die Inszenierung der Action. Da wäre um einiges mehr machbar gewesen. Action ist recht viel enthalten (zumidest auch im Vergleich zum ersten Teil) aber leider ist sie recht lahm in Szene gesetzt. Der Funken mag nicht richtig überspringen, man wird nicht mitgerissen. Um genau zu sagen warum und was mich stört, muss ich den Film aber einfach noch mal sehen, nach einem Mal lässt es sich einfach schwer beurteilen. Eventuell zu langsam geschnitten, eventuell seltsame Einstellungen gewählt- aber diese Mutmaßerei bringt hier ja auch nicht weiter.

Zweiter Kritikpunkt ist Gotham City. Alles in Allem ist mir die Stadt immer noch zu hell. Mir fehlt das düstere, dreckige Flair der Comics. Wo Tim Burtons Version der Stadt zu warm wirkte, Joel Schumachers Gotham einfach zu grell und zu bunt war (ein guter Versuch eigentlich, da die Atmosphäre dort in einigen- leider nur kleinen- Momenten doch recht gut eingefangen wurde, der leider verfehlt wurde)- ist dieses einfach zu hell, zu sauber- wo sind die dunklen Ecken mit den Prostituierten, wo die Junkies, wo die Stadt, die an ihrer eigenen Verkommenheit erstickt?.

Das jedoch sind nur kleine Abzüge in der B- Note. Im Ganzen gesehen, besser als Batman Begins und damit- für mich- die bisher beste Verfilmung. (Batman hält die Welt in Atem ausgenommen, der läuft außer Konkurrenz).

Wer unbedingt eine Bewertung hören will, soll sie bekommen (und zwar in allen Möglichen Varianten)- auch wenn sie erstmal vorläufig sein soll, bis ich mir den Film noch mal in Ruhe auf DVD ansehen kann- aber das wird wohl noch eine Weile dauern.

Also ab zur Punktvergabe:

8/10 oder 4/5 oder (in Schulnoten) 2.

Irgendwie doof

Wenn mich mal irgendwer fragt, was ich ohne Internet gemacht habe, werde ich nur antworten können: „Ich habe alte Point- And- Click- Adventure gespielt.“

Und leider wird das die Wahrheit sein. Im Groben zumindest. Nach den doch recht anstrengenden letzten Wochen hielt ich es am Wochenende für das Beste mal ganz locker ne ruhige Kugel zu schieben. Samstag und Sonntag, endlich mal wieder nichts tun. Wie schön. Aber auch nur so lange, bis einem auffällt, dass man sich ohne das Internet gar nicht mehr so wirklich zu beschäftigen weiß. Erschreckend, sicher- aber was will man machen? Ich habe gelesen, eine ganze Menge sogar, habe auch etwas für meine Seminararbeit getan- doch so ein Tag ist lang und kann sich ziemlich träge dahin ziehen. Also habe ich damit begonnen, mal wieder ein wenig Monkey Island 2 zu spielen. Nette Erinnerung an früher, macht Spaß, ist unterhaltsam und viele der Jokes zünden auch noch ein zweites Mal. Nachdem ich es vor ein paar Jahren mit Oli (und einer Komplettlösung) zusammen, aus rein nostalgischen Gründen noch mal gespielt hatte, war vieles natürlich noch recht präsent in der Erinnerung, dennoch war es dann, ganz auf mich allein gestellt, teilweise doch noch recht knifflig. Um es kurz zu sagen: ich konnte mich den ganzen Samstag über damit beschäftigen und, anstatt nur eine Weile zu spielen, habe ich es dann doch komplett durchgespielt.

Warum ich das schreibe? Nun ja, ich warte gerade noch auf meine Wäsche und wollte mich ein wenig beschäftigen. Außerdem wollte ich meine Schreiberei hier, auch erstmal nicht vollends versiegen lassen.

In diesem Sinne wünsche ich eine geruhsame Nacht. (Im Grunde wird es wohl Tag sein und ich werde in der Uni sitzen, wenn ich dazu komme, dies on zu stellen- trotzdem hege ich den Anspruch live zu senden.)

Im Loch, am Loch und ums Loch herum

Seit dem 1.7 gilt im „Bonner Loch“ ein striktes Alkoholverbot (auch das ZDF berichtete).

Seitdem ist Bonn nicht mehr das Gleiche. Vielleicht nicht ganz der richtige Einstieg, denn im Grunde ist alles beim Alten geblieben, es hat sich nur alles ein wenig verlagert.

Das Loch war seit jeher Sammelpunkt für alle, die auch gerne schon um neun Uhr morgens ihren ersten Schnaps trinken und das auch bis spät in die Nacht weiterführen- und zwar jeden Tag (ich achte hier gerade besonders auf meine political correctness). Seit nunmehr einem Monat ist dies nicht mehr möglich. Stattdessen traf/trifft man sich eben am Stadthaus, was ich auch oft genug mitbekommen habe, genau genommen bin ich täglich daran vorbei gegangen, und/ oder direkt am Busbahnhof. So hat man nicht mehr diesen einen Anlaufpunkt, den man stets meiden konnte, sondern viele kleinere. Eine total super Entscheidung, ganz schön clever. (Genauso wie diese extrem einfallsreichen „Gegenmaßnahmen“ übrigens auch).

Die Uni, und das ist hier bekannt, ist ebenfalls ständiger Anlaufpunkt. Zwar bekommt man nicht wirklich etwas davon mit, trotzdem liegen immer mal wieder Spritzen, angeschmorte Alufolie etc. auf dem Boden- da hilft auch das blaue Licht nichts. Auch so eine total clevere Idee im übrigen- doch wie mir aus erster Hand von Putzmann Bobby (wir nennen uns nämlich seit neuestem beim Namen) berichtet wurde, lagen seitdem keine Leichen mehr auf der Unitoilette- aber das ist eine andere Geschichte.

Hin und wieder kommt es allerdings auch vor, dass sich jemand in den Hofgarten verirrt. Im Grunde sind das nur zwei Personen, die im Sommer auch täglich dort durch die Gegend irren, und eher belustigend als störend sind. Sie sind wie alte Bekannte. Tauchen gelegentlich auf und verschwinden dann auch wieder. Hat man sie eine Weile nicht gesehen beginnt man sich zu fragen, wo sie wohl stecken. Einer zumindest trägt eine Augenklappe und hat geschwollene Hände, hat einen Hang zum Exhibitionismus und tanzt mal ganz gerne zu Bongomusik, wenn ihm der Sangria ganz besonders gut geschmeckt hat.

Der andere sieht aus wie eine Mischung aus Axl Rose und einem ranzigen Gary Oldman, ebenfalls mit Hang zum Exhibitionismus und etwas manischen in seiner Art.

So begab es sich, am Ende der vergangenen Woche, dass wir auch endlich mal ins Gespräch kommen sollten.

Nachdem der Umzug von David und Marie überstanden war und ich sowieso noch einige Besorgungen in der Stadt zu machen hatte, traf ich mich im Anschluss mit Monsieur Johnny D. im Hofgarten. Dort saßen wir also, es war heiß, sonnig und nicht all zu voll. Um uns herum doch ein paar recht hübsche Frauen. So weit also ganz angenehm, nach einem doch anstrengenden Tag. Auf der Bank saß dann Herr Axl Oldman, stand irgendwann auf, betrachtete ausgiebig seinen Schritt, schüttelte alles ein wenig zu recht und schritt dann entschlossen auf die Rasenfläche zu.

Die erste Station, war eine blonde Dame nicht weit entfernt von uns, so dass ich Fetzen des Gesprächs mitbekommen habe. Im Grunde war es eine ganz billige Anmache, die sofort abgeschmettert wurde. Zuerst dachte ich, mich verhört zu haben, als seinerseits der Satz: „Ach komm, ich hab schon so lange nicht mehr gefickt“, fiel. Aber ich sollte eines besseren Belehrt werden. Er ließ dann von ihr ab, taxierte die Lage und kam direkt auf uns zu. Schnorrte eine Zigarette- und ich habe gehofft er würde wieder gehen. Er ging aber nicht. Schaute eine Bekannte von Johnny an und fragte dann, ob er sich zu uns setzen könne. Noch bevor ich nein sagen konnte hatte Herr D. jedoch schon mit einem Achselzucken bejaht und war ins Gespräch vertief. Man stellte sich einander vor, der Axl Rose- Verschnitt kippte einen Kräuterschnaps und fing dann an zu berichten.

Seit fünf Jahren, sei er jetzt Single, erklärte er, rieb sich seine sommergesprossten, bleichen Arme. Seit fünf Jahren, sei er auch nicht mehr zum Schuss gekommen. Beim Guinness- Buch solle er sich mal melden, wäre bestimmt Weltrekord, und so weiter.

Aber damit noch lange nicht genug. Er hat uns dann erstmal erklärt, wie das in der Welt so laufen würde. Die Frauen, sagte er. Die Frauen seien ja nur darauf aus, einen Kerl mit Kohle zu finden („Weißt, wie ich meine?“ sagte er dabei immer wieder.) Am liebsten hätten sie jeden Tag eine Kette geschenkt, oder einen Ring. So liefe das eben. Die miesesten Typen haben Frauen am Start, nur er, er ist seit fünf Jahren Single. Sei doch eine total komische Logik dahinter. Wieder kippte er einen Kräuterschnaps. Schnorrte noch eine Zigarette.

Auch hier im Hofgarten, fuhr er dann fort, sei es ja schwer mal eine klar zu machen. Die haben ja alle immer zu tun. Müssen so viel lernen. Schon schade. Aber hin und wieder träfe man ja doch noch ein paar korrekte Leute. Und dabei blickte er uns mit seinen kleinen Augen an.

Er erzählte dann weiter, dass Bonn ja schon eine schöne Stadt ist. Hier rennen keine Arschlöcher herum, die dir eine Knarre an den Kopf halten. Nicht so wie in Berlin. (Das hat er wirklich so gesagt). Und überhaupt, es ginge ja alles immer nur ums Geld. Haste was, biste was und so weiter. Wenn es nach ihm ginge, sagte er, nachdem er erneut einen Kräuterschnaps in sich geschüttet hatte, dann würden alle eine Wohnung haben, zum Pennen und ein bisschen Geld, um sich was zu essen zu kaufen. Und die, die arbeiten würden… die hätten eben mehr. Genauso hat er es gesagt, ich berichte nur. Er hätte ja jetzt auch noch an die Stadtwerke nachzahlen müssen, sei doch alles zum Kotzen. Und dann kriegt er nichtmal was zu ficken. Aber Bonn sei ja schon super, sagte er mit Nachdruck. Er sei hier geboren worden und schätze, dass er hier auch sein Ende finden würde, worauf er, nach einer eindringlichen Pause, noch einen Kräuterschnaps aus seiner Plastiktüte kramte, um anschließend festzustellen, dass die Schachtel nun alle war.

Er stand dann auf, sagte, er sei um sieben verabredet, blickte sich noch mal im Hofgarten um, kassierte zwei weitere Abfuhren von zwei weiteren Frauen im nahen Umkreis und verschwand dann.

Es tut mir fast Leid, dass ich jetzt diesen Text auf diese Weise über ihn schreibe. Bin der festen Überzeugung, dass er kein Idiot ist. Nur jemand, der tief in der Scheiße steckt, vielleicht Probleme zu bewältigen hat (oder hatte) und dadurch irgendwie an den Alkohol geraten ist. Sich selber zu Grunde richtet, wofür man ihm vielleicht die Schuld geben mag. Aber irgendwo gibt es diesen Punkt- und er muss da sein, sonst käme es wohl nicht so häufig vor- an dem der Verstand versagt, die Sucht siegt und dann sitzt man da: Verdrogt im Bonner Loch (oder in der Umgebung) oder betrunken im Hofgarten. Ohne Kontrolle mehr über sich selbst und ein Hilfeschrei nach Nähe wirkt wie primitives, triebgesteuertes Verhalten.

Für mich nur eine amüsante Anekdote, was das ganze trauriger macht, als es eigentlich ist. Ich kann nicht helfen, ich will nicht helfen, weil ich mich ekel’, weil ich uns nicht auf einer Ebene sehe. Das zuzugeben fällt schwer, weil es mir bewusst macht, was für ein Arschloch ich eventuell bin, aber es gibt mir zumindest Trost, dass es noch Millionen da draußen gibt, die ähnlich sind. Weißt, wie ich meine?

Kommunikationsprobleme

Drei Umzüge in zwei Tagen. Das schlaucht zum einen, zum anderen ist nun erstmal alles ein wenig chaotisch. Internetlos bin ich momentan, das ist wohl das größte Übel. Wenn man daran gewöhnt ist alles auf die Schnelle nachschauen zu können, sich die Zeit zu vertreiben, kommt man sich so schon etwas von der Außenwelt abgeschnitten vor. Ein bis zwei Wochen soll es, laut Alice, dauern bis es soweit ist. Jetzt bleibt mir erstmal nichts anderes übrig als meine Texte zu Hause vor zu schreiben und dann die Internetverbindung der Uni zu benutzen. Ein wenig umständlich, aber dennoch erträglich.

Was das ganze im Augenblick noch ein wenig erschwert, sind die Probleme die Vodafone momentan hat. Ich habe enorme Netzschwankungen und es scheint auch ein paar Probleme mit meiner Homezone zu geben. Am Freitagmorgen umgemeldet und prompt hatte ich auch in der alten Wohnung keine Homezone mehr. So weit so gut. In der neuen Wohnung dann allerdings auch nicht. Dafür aber in der Nähe der Bonner Amüsiermeile, wenn ich das mal so ausdrücken kann. Gestern ging dann jedoch alles, wie es sein soll. Heute morgen jedoch wieder nicht. Wollte ich telefonieren sagte mir die freundliche Frauenstimme, dass die gewählte Nummer aus meiner Region „nicht erreichbar“ sei. Zwei Stunden später ging es dann aufmal wieder. Direkt nach dem Auflegen und der Anwahl einer neuen Nummer wieder nicht. Der Kundenservice ist auch nicht zu erreichen und im Internet kann ich auch nicht nachschauen. Ich frage mich, ob es sich um ein allgemeines Problem handelt, oder irgendwer Mist gebaut hat. Fragen über Fragen, die aber hoffentlich (spätestens) Morgen eine Antwort- und vor allem Klärung- finden.

Nachtrag: Meine Homezone wurde jetzt erweitert und wie es aussieht sind die Probleme damit beseitigt.