Bloggen?

Die Frage:
Wie schreibe ich ein erfolgreiches Weblog? Mit stetig hohen Besucherzahlen, mit vielen Stammlesern, die sich für das interessieren, was ich schreibe?

Die Antwort:

[Erste Variante]:

Ich weiß es doch verdammt noch mal auch nicht.

[Zweite Variante]:

Möglichkeit A)

Ich werde eine junge Mutter, gründe eine kleine Familie und schreibe ganz locker über die Entwicklung meines Kindes. Werfe mich hinein in den großen Junge- Mütter- die- Weblogs- schreiben- Zirkel und werde ein Teil davon. Wir geben einander Ratschläge, schreiben von den kleinen und noch kleineren Problemen, die sich in unserer kleinen Welt, zwischen Babysabber und Nuckelflasche ergeben. Und das war es dann. Junge Mütter scheinen alles zu lesen, was man zu dem Thema nur lesen kann. Egal von wem, egal worüber. Und selbst wenn man sich nur überlegt mal seinen Kaffee im frisch geputzten Bad zu trinken- und das auch noch schreibt. Dann hab ich` s geschafft.
Aber verdammt, ich bin keine junge Mutter und ich werde auch niemals eine sein. Häkeln kann ich auch nicht, und zeichnen erst recht nicht.

Bleibt also nur Möglichkeit B)

Ich schreibe über Handys, PCs, Autos und was sonst an Technik- Kram so interessiert. Jeder mag Technik, jeder plant sich in naher Zukunft irgendetwas Technisches anzuschaffen. Das wäre meine Nische. Es gibt zwar schon 1000 Seiten dieser Art, aber die gibt es zu jedem Thema. Wenn man es gut macht, landen die Leute schon bei einem. Da gibt es nur einen Knackpunkt: Ich habe keine Ahnung von Technik. Zumindest nicht genug. Ich habe auch nicht das Geld (und noch weniger Interesse) allen möglichen Scheiß durchzutesten und darüber zu schreiben.

Was bleibt mir also anderes übrig? Mir Mühe zu geben halbwegs regelmäßig und qualitativ hochwertig zu bloggen? Zumindest so lange, bis ich mir eine Stammleserschaft erschrieben habe, die dann auch den banalen Schwachsinn liest, den ich von mir gebe? Auch das ist leichter gesagt, als getan. Um immer zu wissen, was die Leute gerade interessiert, brächte ich eine Redaktion, aber was hat das dann noch mit einem Weblog zu tun?

Es ist ganz schön schwierig im Web 2.0 zu existieren, ganz schön hart am Ball zu bleiben, irgendwie angesagt zu sein. Dieser ganze Web 2.0- Kram ist das neue Hollywood, ich sag es euch.
Ich sehe sie schon dasitzen, Blogger auf Koks, oder mit gravierenden Alkoholproblemen,oder beidem, weil sie dem Leistungsdruck nicht mehr standhalten, die Erwartungen einfach zu hoch sind. In 20 Jahren tropft ihnen ungehemmt der Geifer vom Kinn wenn sie gerade vom kalten Entzug zurückkehren, auf ihrer Terrasse sitzen und sie werden sich daran erinnern, wie man ihnen mal tausende von Euros in den Rachen gepumpt hat, für jeden neuen Eintrag. Darauf wird es hinauslaufen. Und sie werden zitternd die Wolldecke, mit ihren Gicht zerstörten Fingern umklammern, die ihre Beine im Rollstuhl warm halten soll. Und irgendwo auf einer Insel in der Karibik liegt grinsend eine alte Frau, die reich geworden ist, weil sie irgendwann einmal über ihr erstes Kind geschrieben hat, dann über das zweite, und so weiter…

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Ein Gedanke zu “Bloggen?

  1. Über das Phänomen der schreibenden Mütter hab ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Als ich anfing zu bloggen und mich ein bisschen in der WordPresswelt umzuschauen, war ich äußerst erstaunt darüber, dass es mir offenbar bisher entgangen war wie interessant die richtige Windelmarke oder das vollbiologische Gläschenmenü ist. Offenbar ist mein geistiger Horizont noch etwas zu eingeschränkt um die Wichtigkeit solcher Details zu erkennen.
    Aber wer weis, vielleicht denken diese Mamis über die zahlreichen Auslands-Tagebuch-Bloggs (wie auch meiner einer einen besitzt) für die Daheimgebliebenen genauso. :)

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