Fäkaler Wahnsinn

Als Konsequenz aus dem Vorhaut- und Pornogeblogge der letzten Tage sehe ich mich verpflichtet auch dieses Thema nicht zu unterschlagen. Ein weiteres Highlight aus den Tiefen des Web 2.0.

Natürlich ist mir bekannt, dass es die seltsamsten Neigungen gibt. Das eine Menge Perverse da draußen herumlaufen ist mir auch klar. Doch gestern bin ich zu zwei Schlüssen gekommen:

1.) Ich sollte aufhören nach den Suchbegriffen mit denen meine Seite gefunden wird auch zu googeln.

2.) Ich sollte aufhören auf jeden Mist zu klicken, der sich in der Googel- Zusammenfassung lustig anhört.

Es gibt anscheinend Leute, dir irgendwo in ihrer analen Phase hängen geblieben sind- bzw. irgendwo dazwischen. In dem schönen Forum mit dem viel sagendem Namen „Outdoorpinkeln“ können sie sich untereinander austauschen. Da gibt es Berichte über die tollsten neuen Pissoirs, die dann angepriesen werden.

Ich habe leider auch noch nicht so ein Teil gesehen oder benutzt. Da würde ich dann schon extra ein paar Bier trinken, um es ausgiebig zu testen“, heißt es da. Und jemand anders erzählt ganz stolz: „Da können vier Personen gleichzeitig stehend für jeden sichtbar gegenpinkeln.“

Des Weiteren gibt es auf der Seite auch sehr aufschlussreiche Diskussionen, über die ersten Erlebnisse, der „Entleerung“ im freien.

Das wirklich Schöne ist, dass hier die Leute ihre Erfahrungen bis ins kleinste Detail ausschmücken. Leuten, die sich leicht ekeln, möchte ich jetzt schon mal davon abraten an dieser Stelle weiter zu lesen, auch wenn der Unterhaltungsfaktor enorm ist.

Da berichtet unter anderem eine 21 jährige Dame von ihrem Besuch bei Rock am Ring. Nachdem sie dort erstmals gefallen daran gefunden hatte auf Dixi- Klos zu verzichten, ging es am nächsten Tag ans „Eingemachte“.

„(…)haben aber auch schon andere für sich entdeckt sagte Susi denn dort waren bestimmt schon fünf Kackhaufen und Susi meinte ich kann nicht kacken wenn ich nicht meine Ruhe habe. Sie bat mich schmiere zu stehen und so stellte ich mich seitlich neben den Asthaufen so das ich zu ihr und in die drei anderen Richtungen sehen schauen konnte sie hocke sich ab und ich schaute das keiner kommt es dauerte nur eine minute und da stand sie schon neben mir und meinte die nächste bitte ich schaute rüber und sah das sie nur eine kleinen Haufen ich musste schon richtig doll und so ging ich hinter den Haufen und Susi stand schmiere ich spürte den Alk und ich hatte fast keine Hemmungen also hockte ich mich hin und fing gerade an(…)“

Wie man sieht, auch an der Interpunktion wird hier gerne einmal gespart. Aufgrund der doch sehr Detailgetreuen Erzählweise warf sich bei mir natürlich die Frage auf, ob da wohl ein Fake- Account in dem Forum unterwegs sein könnte. Wie ich dann aber im direkt daran anschließenden Kommentar erfahren habe ist:

„Deine Geschichte (…) typisch für den Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit dem Wald oder anderen Gelegenheiten, um unnötigen oder drückenden Ballast loszuwerden.“

…das große Geschäft finde ich dabei noch einen Tick aufregender…“

Das Spannende ist, dass diese Menschen wirklich eine riesige Freude dabei/ daran schildern. So suchen einige stundenlang nach geeigneten Plätzen, trinken mit Absicht besonders viel um gezielt einen bestimmten Ort aufzusuchen.

Es sei ja schon das Größte irgendwo im Freien zu pinkeln, aber: „im Winter einen Haufen in den Schnee zu setzen… einmalig!“

Ich könnte noch ewig so weitermachen. An Beispielen ist genug da, so dass ich gar nicht weiß wo ich am besten anfange. Aber die wirklich ekligen Sachen möchte ich dann doch ersparen.

Allen die vielleicht selber noch auf der Suche nach einer ausgefallen Location sind, denen möchte ich die Bonner Unitoilette empfehlen. Die ist zwar nicht sehr öffentlich, dafür extrem schmutzig und besonders geruchsintensiv- und den ganzen besonderen Kick geben die kleinen Handelsgeschäfte, die dort außerdem abgehalten werden, wenn mal wieder Besuch aus dem „Bonner Loch“ da ist.

Doch auch in meiner ganzen Erheiterung über dieses Thema möchte ich darauf hinweisen, dass es auch in diesem Forum zum Teil politisch zugeht:

„Ich habe langsam den Eindruck, daß mit der Aufregung über Wildpinkler von Politikern und offiziellen Stellen von den wahren Problemen abgelenkt werden soll.“

Und genau das ist es. Ob Wildpinkler oder nicht, ob öffentlich oder in den eigenen vier Wänden. Am Ende bleiben wir eines: Teil eines Masterplans, dem wir uns unterworfen sehen. Und seien wir mal ehrlich, am Ende zählt nicht, wer wo gepinkelt hat, sondern, wer noch die Kraft hat zu warten.

Oder wie ein weiser Mann einmal sagte:

„(…)daß wir alle das Pinkeln in freier Wildbahn geniessen ist klar. Aber wie sieht es mit dem Davor aus? Könnt ihr es geniessen, euren Urin einzuhalten in der Vorfreude ihn bald genüsslich lauefen zu lassen? Ich kann das Einhalten nur dann geniessen, wenn ich damit spielerisch umgehen kann. Wenn ich zum Beispiel auf einem Volksfest bin, kann es mir Spass machen meine Blase zu füllen und mir zu überlegen, wie ich mich wo mit Genuß wieder erleichtern kann. Aber ich war neulich auf einem Volksfest auf einem neuen Festgelände, da hat der Anblick der zahlreichen Ordungskräfte das Gefühl in meiner Blase schlagartig zu einem unangenehmen Druck werden lassen. Aber zum Schluß habe ich im Bierzelt doch noch unter den Tisch gepinkelt. Das musste einfach sein -)


Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s