Zensur in Deutschland

Einleitung

Lange Zeit habe ich mir schon vorgenommen mal über eines meiner Lieblingsthemen zu schreiben, da dies aber vermutlich ein Mammut- Projekt wird, bei dem ich mich in Rage reden werde, in dem ich vermutlich Vergleiche anstellen werde, die einigen übertrieben vorkommen werden, habe ich es bisher immer vor mir her geschoben. Heute aber möchte ich es endlich angehen. Es geht um das leidige Thema Zensur in Deutschland.

Ich werde mich in meinem Text hauptsächlich auf Zensur beziehen, die Filme betrifft, zum einen weil ich da thematisch informiert bin, zum anderen, weil es mich direkt betrifft.

Um auch denen einen kleinen Einstieg zu bieten, die sich bisher noch nicht so sehr mit der Materie befasst haben, werde ich mit einem kurzen Abriss beginnen.

Am Ende des Artikels werde ich ein Verzeichnis mit nützlichen Links anlegen, für diejenigen, die sich gerne weiter mit dem Thema auseinander setzen wollen.

Zur Erklärung (FSK, SPIO/JK & Altersfreigaben)

Die FSK ist eine Tochtergesellschaft der SPIO e.V. und wird als GmbH geführt. Nach eigenen Angaben sind dort 190 Prüfer, auf ehrenamtlicher Basis tätig, 45% sind Frauen. „Unter ihnen sind Journalisten, Lehrer, Psychologen, Medienwissenschaftler, Filmhistoriker, Studenten, Sozialarbeiter, Hausfrauen, Richter und Staatsanwälte.“[1]

Aufgabe der FSK ist es Filme, Videos, DVDs und andere Trägermedien, die für eine öffentliche Vorführung vorgesehen sind in Bezug auf ihre Alterfreigabe zu prüfen. Wichtig zu Wissen ist hierbei, dass jedes Medium neu geprüft werden muss. So muss ein Film im klassischen Zyklus Kino- DVD, mehrmals der FSK vorgelegt werden. Die Vorlage des Vertreibers bei der FSK erfolgt dabei freiwillig, dazu aber später noch mehr.

Nach Ansicht des Materials verteilt die FSK ihre Alterfreigaben, die sich wie folgt gliedern:

Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Freigegeben ab 6 Jahren

Freigegeben ab 12 Jahren

Freigegeben ab 16 Jahren

KJ- Keine Jugendfreigabe (ehemals FSK 18)

Dementsprechend müssen die Filme dann mit den bekannten FSK- Logos versehen werden und dürfen selbstverständlich auch nur mit entsprechendem Alter gesehen werden. Einzige Ausnahme bildet dabei die Freigabe ab 12 Jahren. Filme dieser Kategorie, dürfen bereits von Kindern ab 6 Jahren in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten gesehen werden. (Dies Entspricht ungefähr dem „Parental Guidance“- Vefahren aus den USA.)

Bei den Freigaben von 0- 16 Jahren ist die Einstufung und Handhabung der Gesetze noch recht simpel nachzuvollziehen. Spannend wird es beim ehemaligen FSK 18, heute KJ. Wichtig bei Titeln dieser Kategorie ist zu wissen, dass ein Film der von der FSK ein KJ- Siegel erhalten hat nicht mehr indiziert werden kann. Soweit im Grunde ein Fortschritt. Aber Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn man sich nicht auch für diesen Fall ein Hintertürchen offen gelassen hätte.

So wird bei der KJ- Freigabe noch einmal differenziert zwischen „leichter-“ und „schwerer Jugendgefährdung“. Wie genau bei einem Titel, der keine Jugendfreigabe besitzt eine Jugendgefährdung bestehen kann, darüber sind sich vermutlich nicht einmal die Verfasser des Gesetzestextes im Klaren, aber so sieht es aus.

Um die Tragweite dieser Unterscheidung zu verdeutlichen nehmen wir jetzt einmal den Fall eines Kinofilmes. Dieser wird der FSK zur Prüfung vorgelegt und erhält das KJ- Siegel. Jedoch nicht nur einfach so, sondern mit dem Zusatz „leichte Jugendgefährdung“. Dies bedeutet zweierlei: Er darf so wie er vorliegt im Kino gezeigt werden (dort traut man den Kontrollen nämlich eher als im Kaufhaus), wird jedoch in dieser Form nicht auf DVD, Video etc. erscheinen können. Das heißt für die Auswertung auf DVD müsste der Film, seitens des Vertriebes gekürzt werden, um die KJ- Freigabe zu erhalten, oder der SPIO/ JK vorgelegt werden- aber auch dazu gleich mehr.

Erhält ein Film von Beginn an den Zusatz (schwere Jugendgefährdung) kann er hierzulande auch nicht im Kino gezeigt werden. Es sei denn man nimmt Kürzungen vor, was der zwangsläufige Weg ist, schließlich handelt es sich dabei um ein Produkt, das vertrieben werden soll.

Aber auch für solche Filme besteht im Nachhinein die Möglichkeit einer ungekürzten Veröffentlichung auf DVD.

Und jetzt kommt die SPIO/ JK ins Spiel. SPIO steht hierbei für die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, das JK für Juristenkommission. Das prüfende Gremium selbst ist hierbei die Juristenkommission, bestehend aus drei Mitgliedern, und nicht die Mitglieder der SPIO. Hier wird geprüft, ob ein Film gegen „Bestimmungen des Strafgesetzbuches, insbesondere die §§ 131, 184 StGB und/oder gegen die Strafbestimmungen des Jugendschutzgesetztes,
§§ 27,15 Abs.2 JuSchG, verstößt.“[2]

Und auch hier wird, wie könnte es anders sein, wieder zwei Möglichkeiten.

Die erste ist, dass ein Film, der keine FSK- Freigabe erhielt, zumindest das JK- Siegel erhält, welches ihm dann „keine schwere Jugendgefährdung“ attestiert. Dies bedeutet, dass der Film mit seinem JK- Siegel ungekürzt öffentlich Vertrieben werden darf und wie ein ab 18 freigegebener Titel gehandhabt werden kann, lediglich mit dem Unterschied zu einer KJ- Freigabe, dass er rechtlich immer noch indiziert werden kann.

Die zweite Möglichkeit ist, dass er als „strafrechtlich unbedenklich“ eingestuft wird. Dies ist immer noch keine Beschlagnahme (denn nur Titel, die gegen oben genannte Paragraphen verstoßen, können beschlagnahmt werden), allerdings muss er dadurch wie ein indizierter Titel gehandhabt werden. Das bedeutet, dass er einem Werbe- und Ausstellungsverbot unterliegt- also keine Werbung, keine öffentliche Auslage im Kaufhaus. Auf Anfrage eines volljährigen Kunden, oder beispielsweise in einer Videothek, oder einer anderen Örtlichkeit, in dem der Einlass Personen unter 18 Jahren untersagt ist, darf er angeboten werden. Dies unterscheidet die Indizierung im Übrigen von der Beschlagnahme. Dort ist der VERTRIEB, nicht der Besitz (was viele nicht wissen), generell verboten.

Bei einer JK- Freigabe mit strafrechtlicher Unbedenklichkeit jedoch machen die meisten Labels jedoch einen verständlichen Rückzieher, da dies enormen Umsatzeinbußen gleich kommt.

Um dies noch einmal kurz einzuschieben: auch bei Indizierungen wird wieder unterschieden, ob ein Film auf „Liste A“ oder „Liste B“ indiziert wird. Fall A bedeutet, dass die Filme jugendgefährdent sind, Fall B, dass sie dem Verbreitungsverbot unterliegen.

Das witzige ist, dass eine Indizierung nach 25 Jahren ihre Wirkung verliert. Nur die wenigsten Titel werden erneut indiziert. Auch können Labels (die Rechteinhaber) eine vorzeitige Listenstreichung beantragen. Dies ist in letzter Zeit des öfteren vorgekommen, wie zum Beispiel bei der Nightmare on Elm Street- Reihe. Zum Teil noch indizierte Filme wurden einer Neuprüfung unterzogen und bekamen in der Neuprüfung sogar eine Freigabe ab 16 Jahren. Vielleicht sollte man auch heutzutage etwas vorausblickender  in der Einstufung um so etwas zukünftig zu vermeiden.

Warum aber überhaupt der FSK etwas vorlegen, wenn dies nur Probleme bereiten kann und obendrein noch Geld kostet? Nun, so ganz freiwillig ist die Vorlage dann doch nicht, zumindest nicht, wenn man mit dem Produkt Geld verdienen möchte.

Zwar ist die Vorlage bei der FSK nicht gesetzlich bestimmt und es besteht die Möglichkeit einen Film einfach „ungeprüft“ auf den Markt zu bringen (dies sind dann in der Regel die Filme auf denen steht „kein Verkauf an Kinder und Jugendliche“) allerdings kommt auch diese Möglichkeit einer Indizierung gleich. Das bedeutet ein Film dürfte nicht im Kino laufen, nicht beworben werden, darf nicht öffentlich ausliegen und läuft Gefahr einmal indiziert bzw. beschlagnahmt zu werden.

Wie in dieser Einführung schon deutlich wird ist es kompliziert hier in Deutschland, der Jugendschutz ist, besonders in den letzten Jahren, immer rigoroser angezogen wurden.

Was bei mir jedoch immer wieder die Frage aufwirft:

Warum eigentlich?

Das die Jugend geschützt werden muss ist klar. Das nicht schon fünfjährige sehen sollen, wie jemand brutal ermordet werden soll, darüber braucht man überhaupt gar nicht zu diskutieren. Auch die Existenz der FSK als Richtlinie ist eine gute Sache.

Das Problem, dass sich ergibt ist das der Bevormundung.

Geschmäcker sind verschieden, was dem einen vielleicht beim Zusehen bitter aufstößt, kann aber jemand anderem gefallen. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass jeder der sich gerne mal den ein oder anderen „Brutalo- Streifen“ ansieht ein potenzieller Amokläufer ist. Das wäre genauso wie zu sagen, dass jeder, der sich Sexfilme ansieht ein möglicher Vergewaltiger ist.

Leider, leider, leider ist es aber immer wieder das, was in unserer Gesellschaft auflebt. Wir alle erinnern uns noch gut an den Amoklauf von Erfurt im Jahre 2002. Sicherlich ein trauriges Kapitel in der jüngsten deutschen Geschichte und gerade waren die Debatten um den Jugendschutz durch den Amoklauf in Columbine aufgekocht.

Der Begriff der „Killerspiele“ kam auf, die Jugend besessen von Gewaltfilmen und Spielen, blutgeil, abgestumpft, gewaltbereit. Der Sündenbock war so leicht gefunden, dass eine ganze Nation aufschrie und mit dem Finger darauf zeigte. Was man brauchte war ein Name, ein Feind der gefunden war, den man bekämpfen konnte. Um sich wieder in vermeidlicher Sicherheit wiegen zu können.

Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal psychologische Gutachten rezitieren, die eindeutig bewiesen haben, dass sich die Gewaltbereitschaft durch den Konsum dieser Medien nicht vergrößert und die ganze Debatte dadurch sowieso mehr als Nichtig ist, es ist alles so viel simpler.

Fakt ist, dass wir die FSK und die SPIO/ JK eigentlich aus dem Grunde haben, damit solche Medien nicht in die Hände Minderjähriger gelangen.

Es ist auch nicht die Frage danach, warum Schüler zu Amokläufern werden. Haben die Eltern versagt, das soziale Umfeld? Wenn man es auf einen Nenner bringen will sind sie einfach kranke Individuen, denen irgendwann einmal die letzte Sicherung durch geschmort ist. Wenn ein Familienvater Amok läuft oder mal wieder eine Mutter ihren Säugling im Gefrierfach aufbewahrt hat fragt schließlich auch keiner danach, ob sie zu hause öfter mal Counter Strike gespielt haben, oder sich gerne mal das Texas Chainsaw Massacre reingezogen haben.

Durch diese Art des „Jugendschutzes“ hält man zuallererst die schreiende Meute ruhig. Man suggeriert eine Handlung. Der Staat greift ein, das Übel ist an der Wurzel gepackt- ab jetzt wird alles besser. Wird es aber nicht, weil es nicht die wirkliche Ursache ist. Vielleicht ein Trigger, einer von vielen, aber ändern wird es nichts. Es ist eine reine Farce, ein Plazebo.

Bereits vor der drastischen Verschärfung hatte Deutschland einen wesentlich schärferen Jugendschutz als das europäische Umland. Und gerade in Zeiten der EU und (vor allem) des Internets sind solche Taten im Grunde mehr als nichtig. Wer etwas haben will, der kommt auch ran. Sei es durch illegale Downloads oder durch Importe. Und gerade das sollte das Land der EU mit den meisten Nachbarstaaten doch eigentlich mal zum Überdenken seiner Taktik veranlassen.

Hier mal ein paar Fakten zum Vergleich:

In Österreich und der Schweiz werden die FSK- Freigaben meistens übernommen. Indizierungen etc. gibt es jedoch nicht. Dies ist auch der Grund, warum viele Deutsche Labels einen Vertriebsweg über Österreich wählen, um einen Film ungekürzt veröffentlichen zu können. Dadurch wird im Grunde nur eines Erreicht: der Deutsche Kunde muss ein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen, um das zu bekommen, was er haben möchte.

Die höchsten Altersfreigaben in Frankreich und den Niederlanden sind ab 16. In skandinavischen Ländern wie Dänemark oder Schweden gar ab 15. Dort gilt die „PG- Regelung“ sogar für alle Altersfreigaben.

Bringen diese Staaten eine besonders große Anzahl an Amokläufen hervor? Danke. Kein weiterer Diskussionsbedarf.

In Deutschland herrscht zumindest eines: Bevormundung volljähriger Bürger. Immer noch wird mir vorgeschrieben, was ich hören oder sehen darf.

Um eines klar zu stellen: Freigaben unter 18 begrüße ich auch nicht unbedingt, würde eventuell soweit gehen wieder eine Freigabe ab 21 einzuführen. Dann aber ohne den ganzen Schnickschnack der verschiedenen Einteilungen innerhalb der einzelnen Freigaben. Hat ein Medium seine Freigabe erhalten, so ist diese auch nur jenen zugänglich, die besagtes Alter erreicht haben. Und wenn wir hier mit 18 Jahren als volljährig gelten, dann ist das eben so und es muss auch unter dem Deckmantel des Schutzes der Jugend dagegen gearbeitet werden. Mit 18 können Idioten durch die Gegend laufen und die NPD wählen, aber es werden Medien beschlagnahmt, die (angeblich) gegen die §§ 131, 184 StGB verstoßen?

Das Problem ist, niemand stellt sich wirklich dagegen. Es sind zu wenig Leute, die gerne ihre „Killerspiele“ spielen, die gerne mal den ein oder anderen Splatterfilm gucken. Und den meisten anderen ist es schlichtweg egal. Diese Egalität führt uns dahin wo wir sind. Es wird einfach nicht verstanden, weil man sich nicht damit auseinander setzt, weil es einem selbst nicht gefällt. Das schlimme an der FSK ist, dass dort Hausfrau Petra Berger (Name frei erfunden) sitzt und „Blutgierige Kannibalen schlachten Jungfrauen“ (Name ebenfalls frei erfunden) eine Altersfreigabe erteilen soll. Petra hat nie zuvor einen Splatterfilm gesehen, guckt sich viel lieber Olli Geißen an, während das Mittagessen auf dem Herd steht, hat keine Ahnung von der Materie und auch kein Interesse daran. Was sie sieht findet sie ekelerregend- und da haben wir den Salat. Die Arbeitsweise der FSK ist dabei leider auch sehr beliebig. Je nachdem bei wem ein Film landet, je nachdem wie dessen Tag gerade war, wird bewertet. In den USA hat man dafür wenigstens Listen nach denen transparent gearbeitet wird.

Und wenn Petra nicht ehrenamtlich bei der FSK arbeitet, weil ihr langweilig ist, tagein tagaus nur zu kochen und zu putzen, erfährt sie von ihrem Kind vielleicht von diesem neuen Film über den momentan alle reden. Sie wirft einen kurzen Blick darauf, findet es abstoßend und marschiert schnurstracks zum nächsten Jugendamt. Dort fordert sie, dass ein Indizierungsantrag eingereicht wird. Das Video landet bei der BPjM (Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien) und dort wird es indiziert. Noch schlimmer: es landet vor einem Gericht und wird beschlagnahmt. Einfach so, nur weil es Petra nicht verstand, weil Petra es nicht mochte. Weil es zu wenige Leute gibt, die sich dagegen stellen. Andersherum funktioniert es allerdings. Als Beispiel Til Schweigers Film „Kinohrhasen“. Von der FSK anfangs mit einer Freigabe ab 6 Jahren bewertet, beschwerten sich viele Leute, ob des doch derben Vokabulars, so kam es, dass die FSK ihre Meinung änderte und eine Freigabe ab 12 erteilte. Über die Seriösität dieses Urteils lässt sich auch wieder streiten.

Aber auch das ist wieder etwas, was den meisten schlichtweg egal ist. Das ganze führt dazu, das viele Menschen, die es eigentlich nicht kümmert, die einen harten Film nur durch Zufall sehen und ihn eigentlich abstellen könnten, einfach eine Beschäftigung brauchen.

Ich mag Thomas Mann nicht. Soll ich deswegen aus seinen Werken einzelne Seiten, die mir am wenigsten gefallen herausreißen, damit sie niemand mehr lesen kann. Nur weil ich der Meinung bin, sein Satzbau sei abstoßend? Soll ich fordern, man solle ihm seine Ehrendoktorwürde an der Bonner Uni aberkennen, weil ich den Typen einfach nicht leiden kann? – Ich merke, das ganze hatten wir irgendwann schon einmal. Da war es auch egal. Da hat es niemanden gekümmert, da haben sie alle mitgemacht und fanden es gut.

Heute sind wir wieder auf dem gleichen Weg. Eine große Zensurwelle schlägt um sich. In Jahr 2008 wurden bisher sechs Filme nur gekürzt in den deutschen Kinos gezeigt, 17  (weitere)Filme wurden nur gekürzt in Deutschland auf DVD veröffentlicht, 11 Filme (davon nur einer, der in der Kinoauswertung betroffen war) mussten gekürzt werden um eine KJ- Freigabe zu erhalten, davon abgesehen, gibt es etliche Computerspiele die nur in entschärften Fassungen in Deutschland erschienen sind, oder erscheinen werden (die Prüfungen sind schon abgeschlossen). Das ist Zensur, eine krasse Art der Zensur. Fiktiven Werken wird hierbei schon vorausblickend Gewaltverherrlichung unterstellt. Wobei jedem Volljährigen, der sowieso nur Zugang dazu bekommen soll, unterstellt wird die Grenzen zwischen Fiktionalität und Realem nicht mehr trennen zu können. Was wir uns geschaffen haben ist eine selbstverschuldete Unmündigkeit, wie es Kant schon einmal so schön beschrieben hat.

In Deutschland sind derzeit 2950 Filme und 495 Spiele indiziert. 406 weitere Filme sind beschlagnahmt.

Und die einzigen die es momentan zu merken scheinen sind die „Gorehounds“ und die „Zocker“, denen paar, denen es nicht scheißegal ist, die nicht einfach darüber hinwegsehen oder es sogar noch begrüßen.

Links

Hier nun die versprochene Liste von Links zur weiteren Information. Viele meiner Informationen berufen sich ebenfalls auf diese Seiten (Stand: 31.08.2008)

FSK

SPIO

BPjM

MPAA (Motion Picture Assosiation of America)

Schnittberichte

Altersfreigaben Europa

Indizierte Medien

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3 Gedanken zu “Zensur in Deutschland

  1. Sehr schöner Artikel,
    man merkt ihm die kochenden Emotionen der Communitys zwar an, dennoch ist er objektiv und lässt keine Fragen offen. Lediglich eine Frage stellt sich mir. Muss ich den Staat ändern um das zu sehen, denken, hören oder spielen was ich möchte ? Oder muss ich vielmehr einfach gegen den Staat und geltende Gesetzen handeln und so einen Teil des Widerstands bilden, der wie mir scheint, immer größer wird.

  2. Erstmal vielen Dank!
    Eine gute Frage, die du da stellst. Ich glaube, dass was in erster Linie geändert werden muss ist dieses Schachteldenken á la: alles was ich nicht verstehe und was mir nicht in den Kram passt ist schlecht.
    Natürlich macht das irgendwo jeder, weil es Spaß macht zu lästern und auch mal die Nase über etwas zu rümpfen. Aber man sollte es partout vermeiden, sich in anderer Leute Sachen einzumischen. Natürlich mag es im Vergleich zum Kleingärtner oder Modellbauer alles schrecklich brutal und Menschenverachtend wirken, im Endeffekt bleibt es jedoch alles fiktiv.
    Gegen den Staat zu handeln ist immer eine schlechte Idee, denn das wird nur dazu führen, dass dieser das Recht auch weiterhin für sich auslegt (vorallem, wenn er in der breiten Masse Rückhalt erwarten kann).
    Ich glaube der Staat selbst ist nichtmal das Problem bei der ganzen Sache: würden die Politiker nach einem Amoklauf o.Ä. vor das Volk treten und erklären: „Uns sind die Hände gebunden, wir wissen auch nicht, was wir tun sollen. Vermutlich kann man es nicht verhindern.“ Wäre das nicht besonders souverän. Also ist er zum Handeln gezwungen.
    Wenn dann die Politiker selber, kein Verständnis für diese Art der Unterhaltung (als etwas anderes sehe ich es nicht) aufbringen können, dazu noch die Medien dagegen wettern und auch das Volk mehrheitlich kein Verständnis zeigt ist der vermeidlich Schuldige eben schnell gefunden.
    Was man sich wünschen könnte ist eine größeres Interesse in der Allgemeinheit an diesem Thema und auch ein Verständnis dafür. Was aber frühestens passieren wird, wenn auch mal in den Medien mehr darüber berichtet wird, und vorallem wenn mal jemand selber von der Zensur betroffen ist. Beispielsweise würde ich es für eine tolle Idee halten bei Serien und Filmen immer anzukündigen, dass sie gerade nur in einer gekürzten Fassung gesendet werden dürfen, wenn sie im TV laufen. Bei DVDs ist es ja recht gängig diese mit dem Aufdruck „gekürzte Fassung“ oder netter „überarbeitete Fassung“ zu versehen, wobei viele Labels aus verkaufstechnischen Gründen auch darauf verzichten.
    Problem ist im Grunde das viel zu wenige eigentlich wissen, wie viel gekürzten Schrott sie sich ansehen.
    Den meisten ist auch das egal, da in den „harmlosen“ Filmen meisten keine groben Handlungslücken entstehen.
    Es muss aber eingesehen werden, dass es sich dabei um nichts anderes als Zensur handelt. Und darf darf einfach nicht gutgeheißen werden. Ob nun 1 Sekunde oder 1 Stunde in einem Film fehlen, es bleibt die gleiche erschreckende Realität.
    Vielleicht sollte man einfach weiter verbreiten, dass auch einige Folgen der Schwarzwaldklinik gekürzt liefen. ;)

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