„Ja. Ich habe mit Jason Statham nicht nur einen gesoffen.“

Was war ich doch auf Uwe Bolls SciFight gespannt. Hatte damit gerechnet, dass er sich harter Kritik ausgesetzt fühlt und darauf offen antwortet. Schon im Vorfeld war dann klar: um Übersicht zu gewährleisten werden die Fragen von Dr. Boll freigeschaltet, bevor sie erscheinen.

Gut, eines muss man ihm lassen- er hat offen geantwortet, hat sogar ein paar Mal recht gut gekontert. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass doch recht selektiv veröffentlicht wurde.

So kam viel Lob an Uwe Boll durch und die Kommentare der „Boll- Hasser“ waren meistens eher flach. Natürlich gibt es auch unter ihnen einige Idioten, das will ich nicht bestreiten, jedoch habe ich in einschlägigen Foren schon recht fundierte Kritik gelesen und bin mir sicher, dass auch diese Leute den Chat verfolgt haben werden.

Leider blieb so auch die erhoffte Diskussion sehr oberflächlich und bestand größtenteils aus einem simplen Frage und Antwort- Spiel. Dinge, die man nicht unbedingt den Regisseur selber fragen muss, sondern auch aus anderen Quellen beziehen kann. So wurde der SciFight zu einem ScInfotainment, was bei mir leider nur einen fahlen Nachgeschmack hinterlassen hat. Die Idee, sich so der Kritik zu stellen, sicherlich gut, auch die Idee der Umsetzung auf diese Art und Weise logisch aber eben nicht das Gelbe von Ei. Bösen Zungen könnten jetzt behaupten: Also genau das, was man von Boll gewohnt ist, aber damit alleine würde man ihm Unrecht tun. Uwe Boll ist kein Künstler, sondern in erster Linie ein Geschäftsmann, das gibt er selber zu. Was er abliefert keine Kunst, sondern ein Produkt.

Sein Konzept: Gutes Marketing, sich die negativen Stimmen zum Vorteil zu machen. So war auch der SciFight wieder eine perfekte PR für den bald anlaufenden Far Cry. Sich durch solche Aktionen im Gesrpäch zu halten hat er drauf, das muss man ihm zugute halten. Aber dann hört es auch leider schon auf.

Ziemlich abrupt endete es dann auch nach knapp 70 Minuten, nachdem wohl die Verbindung in Mainz zusammengebrochen ist. Nach 30 Minuten Wartezeit ging es dann doch weiter, wenn auch nur bis 23 Uhr.

Mit Stolz möchte ich noch erwähnen, dass ich es die ganze Zeit versucht habe durch zu kommen, jedoch leider nicht freigegeben wurde. Letztlich wurde mir dann jedoch das Privileg zuteil die Abschlussfrage stellen zu dürfen- diese war, zugegeben, nicht meine beste, aber Effektiv.

Mit seinem Wilde- Zitat hat er noch einmal sein literaturwissenschaftliches Wissen bewiesen (und auch, dass er weiß, dass immer mit einem Zitat geschlossen werden sollte), jedoch unterstreicht er deutlich, dass es ihm zuallererst ums Geldverdienen geht.

Das alleine ist nun nichts Schlechtes und unumstritten wohl das Ziel aller Filmemacher, wenn es jedoch, wie im Fall Boll, soweit geht, dass im Akkord von einer One- Man- Show produziert wird und die Qualität der Filme darunter leiden muss, geht das doch einen Schritt zu weit.

Auch wenn man jetzt wieder stundenlang über den Kunstbegriff diskutieren könnte, über Ästhetik und Schönheit, möchte ich ebenfalls mit einem Zitat schließen, denn wie Herr Boll sagte, er sehe sich nicht als Künstler, so gibt es auch ein sehr schönes deutsches Sprichwort das besagt: „Kunst kommt von Können.“

Für alle die es interessiert hier das gesamte Transkript des Chats (der Übersicht auf der Startseite wegenhabe ich es mal dem „Geistigen Abfall“ beigefügt).

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