Running up that Hill

Nebel liegt über dem Hofgarten. Dann am Rhein; ebenfalls Nebel, die andere Rheinseite ist nicht zu sehen. Und obwohl es eiskalt ist, wissen wir alle, dass uns ein schöner Tag erwartet. Der Himmel ist klar, die Sonne wärmt.

Wir betreten die Fähre Richtung Königswinter. Zwischen all den Rentnern reißen wir den Altersdurchschnitt ganz schön nach unten. Als wir ablegen ist es noch eisig, die Hände frieren, doch die Fahrt ist angenehm.

Nach knapp einer Stunde legen wir in Königswinter an und beginnen den Aufstieg auf den Drachenfels, hier hat, will man der Nibelungensage glauben schenken, Siegfried den Drachen erschlagen, in dessen Blut er später badete. Wir nehmen den Eselsweg. Dieser ist steil und geht in die Waden. Wir sind alle noch müde. Dennoch ist der Weg viel kürzer als erwartet. Meine täglichen Spaziergänge zahlen sich aus, ich komme als einer der ersten oben an. Es ist bereits warm, der Nebel ist gewichen und wir genießen die Aussicht. Noch ein kleines Stück höher zur Ruine der Burg Drachenfels und es ist vollbracht. Wir verhaaren dort einige Momente und beginnen den Abstieg, besichtigen noch kurz die Nibelungenhalle und kehren dann zum Anleger zurück.

Das ist eine der guten Seiten dieses Tutoriums. Seit ich in Bonn wohne wollte ich schon immer da rauf, habe es bisher jedoch immer aufgeschoben. Man hat ja noch Zeit, man kann es ja morgen noch machen, oder übermorgen, oder eben nächstes Jahr.

Es ist bereits halb drei, die Fähre zurück hat 20 Minuten Verspätung, wir genießen noch ein wenig die Sonne am Anleger und werden Zeuge eines Unfalls, der glücklicherweise jedoch glimpflich ausging.

Die Rückfahrt nach Bonn geht wesentlich schneller und dann trennen sich unsere Wege wieder.

Die erste Woche des Tutoriums ist nun überstanden, nach all den Behördengängen stellte dieser Ausflug ein echtes Highlight dar. In der nächsten Woche schon wird nicht mehr so viel zu tun sein. Alles Organisatorische ist erledigt, jetzt geht es daran den ausländischen Studenten Bonn etwas näher zu bringen, ihnen die Einsamkeit zu nehmen, von der viele von ihnen berichteten, ihnen zu helfen sich ein wenig heimisch hier zu fühlen- so fern das in so kurzer Zeit möglich ist. Der Job macht Spaß, immer wenn man ihre Erleichterten Gesichter sieht, fühlt man sich für einen kurzen Moment wie ein besserer Mensch.

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