Archiv für den Monat Dezember 2008

Post- Weihnachten

Das Weihnachtsgeld muss weg! Und da ich mal wieder ganz besonders clever war, bin ich noch nicht am 27. losgerannt sondern habe mir das ganze bis heute aufgehoben.

Die Stadt war nicht unbedingt leer, aber auch nicht überfüllt. Zuerst dachte ich, auch nach dem Abbau des Weihnachtsmarktes, würde sein Geruch noch in der Stadt liegen- dann jedoch musste ich feststellen, dass es vom Lakritzstand vor dem Karstadt kam.

Mein erster Weg führte mich zur Sparkasse um mal wieder ein wenig Kleingeld los zu werden. Dumme Idee, gnadenlos überfüllt. Vor mir ein Mann mit über 200 Euro in 10 und 20 Cent Stücken. Nach etwa einer halben Stunde war es dann aber erledigt. Weiter in die Stadt, neues Hemd gekauft. Kurz zur Uni. Wieder in die Stadt und endlich zum spaßigen Teil: DVDs kaufen! Bin auch endlich mal wieder fündig geworden nach so langer Zeit. Auch viel Scheiß gekauft, aber für fünf Euro nehme ich so ziemlich alles mit.

Auf der Suche nach einer Krawatte kurz verzweifelt und das Vorhaben erstmal auf morgen Mittag verschoben.

Noch schnell Kippen geholt und vier Euro mit Rubbellosen gewonnen! Jetzt lebe ich hier wie Gott in Frankreich, werde es mir gemütlich machen und den vorletzten Tag 2008 genießen.

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Die letzen Tage

Weihnachten überstanden. Drei Tage habe ich es in der Heimat ausgehalten und auch wenn es schön war, mal wieder ein paar alte Freunde zu treffen, war die Zeit dort oben im Norden, doch recht langweilig. Es gibt dort einfach nichts zu tun für mich, das ist kein Platz.

Ich habe dieses Bild im Kopf, wie ich da vor den Katakomben stehe und warte, wie ich mich umschaue, sich nichts verändert- nicht mal die Menschen. Es sind jetzt Fremde, doch in ihrem Wesen größtenteils die gleichen Idioten, wie ich sie in Erinnerung behalten habe.

Ich versuche alle „und wie läufts bei dir so“ – Gespräche zu übergehen, so was ist einfach nicht mein Ding.

Das war also Heiligabend.

Am ersten Weihnachtstag treffe ich mich mit Malten zu einem Spaziergang. Den Deich endlang, über matschige Pfade wieder hinein in die Stadt, am alten Kino vorbei, das verfallen, vielleicht als Sinnbild, mehr darauf wartet abgerissen zu werden, als dass man es renoviert. Nachmittags treffe ich mich mit Oli. Kurz ist alles wie früher, nur dass wir leider nicht gemeinsam Monkey Island spielen und You Don`t Know Jack einfach nicht laufen will.

Dann geht es nach Hause.

In Bonn ist es sechs Grad wärmer, die Sonne scheint. Hier heißt es jetzt warten auf das neue Jahr. Drei Tage noch, die letzten in 2008. Alles in Allem ein ganz gutes Jahr. Gespannt sein auf 2009. Silvester scheint von Jahr zu Jahr ruhiger zu werden, aber wir werden auch alle nicht jünger. Vielleicht ist es normal, dass man gediegener feiern möchte. Ich habe nie Vorsätze für das neue Jahr gefasst, vielleicht fange ich jetzt mal damit an.

Carol Of The Bells (DaaDaDaDam)- oder so

Es ist also schon wieder endgültig Weihnachten. Keine Vorbereitungen mehr, kein Warten mehr, noch zwei Tage. Früher (und das ist verdammt lange her) irgendwie verzaubert, heute nur noch mit Verpflichtungen verbunden. Geschenke kaufen, fahren, Familie sehen. Weihnachten ist für mich zu einer Art Checkliste verkommen, nichts mehr, auf das man sich wirklich freut. Klar ist es irgendwie schön mal wieder zu Hause zu sein, die Familie zu sehen, die alten Kumpels, aber irgendwie wird es auch jedes Mal fremder. Mich zieht es einfach nichts mehr in den Norden. Ich denke an die Stadt zurück und weiß, dass sich nichts verändert haben wird. Prinzipiell ist das auch gar nicht schlimm, wenn ich mich nur wirklich dort zu Hause fühlen würde. Wie lange ich dort bleibe weiß ich noch gar nicht. Vielleicht bis zum 25., vielleicht bis zum 28. – aber ich werde mich freuen wieder in Bonn zu sein. Diese Stadt ist in drei Jahren zu einem Teil von mir geworden, was Achim (City) nie geschafft hat. Woran es liegt kann ich nicht einmal sagen und im Grunde will ich auch gar nicht wissen, woran es liegt. Ich werde meine Geschenke schenken und entgegen nehmen, ich werde Smalltalk halten mit Leuten, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Wir telefonieren hin und wieder. Mit den meisten ist alles noch wie es immer war, und das ist schön, aber es fehlt auch nichts. Es sind Freundschaften, die nicht mehr bekräftigt zu werden brauchen, die aber auch in der kurzen Zeit niemals mehr so innig werden können wie sie einmal waren. Man kennt sich, man mag sich, man unterhält sich.

Ach, mich nervt dieses Weihnachtsgehabe einfach- irgendwie. Auch wenn’s schön ist. Das nennt man dann wohl Hassliebe.

Wie dem auch sei: Schöne Festtage an alle vor den Bildschirmen und an die Fans!

Wort zum Sonntag II

Mein Leben ist in letzter Zeit recht langweilig. Klingt traurig, ist es aber gar nicht. Es passiert schon eine ganze Menge, nur eben nichts erwähnenswertes, nichts von dem ich hier erzählen möchte. Die Tage reihen sich einfach so aneinander ohne einen besonderen Eindruck zu hinterlassen. Ob das nun gut ist oder nicht, kann ich gar nicht beurteilen. Es passiert einfach.

Ich war ein paar Mal auf dem Weihnachtsmarkt- ich hasse Weihnachtsmärkte! Oder genauer: ich hasse Menschenmassen. Aber nach dem fünften Glühwein ist einem das auch egal, da ist der Kopf mit sanfter Watte umhüllt und was um einen herum passiert kümmert einen gar nicht mehr sonderlich.

Noch zehn Tage, dann ist schon wieder Weihnachten. Geschenke hab ich noch gar nicht gekauft, habe die letzten Wochen genutzt mich mal ein wenig um einen Job zu kümmern, etwas Geld zu verdienen, was auch geklappt hat.

Wenn ich daran denke, dass auch 2008 nun bald schon wieder vorbei ist, wird mir irgendwie komisch zumute. Früher verging die Zeit so langsam und heute rasen die Jahre einfach so an dir vorbei. Um den Jahreswechsel herum kann man beobachten, wie jeder an neuen Vorsätzen schmiedet, wie alle auf eine Veränderung warten- die nicht stattfinden wird.

Hin und wieder denke ich daran, dass es an der Zeit sei auch mein Leben zu verändern, etwas mehr Energie in die Fortschritt zu stecken, anstatt mich im hier und jetzt zu verlieren, aber ich bin mir nicht sicher, ob das das Richtige für mich ist. Nach einer kleinen Unterhaltung am gestrigen Abend habe ich einen Satz aufgeschrieben: „Entweder ich muss jemand sein, der ich nicht bin, oder ich gehe meinen Weg allein.“

Vielleicht kann das so etwas wie ein Leitfaden für mich werden, vielleicht ist das das Motiv nachdem wir alle Leben müssen. Muss man alleine sein, um man selbst sein zu können?

Vielleicht sollte man sich eine kleine Auszeit nehmen, ans Meer fahren- im Winter, alleine. Sich irgendwo eine Insel suchen, auf der man einen Moment ausharren kann um dann wieder zurück zu kehren. Eine Insel in sich selbst, tief verborgen. Von ihr kann man dann verändert wieder in sein altes Leben treten. Solange du immer Menschen um dich hast, immer die gleichen Gesichter, immer die gleichen Unterhaltungen führst, dich immer wieder gleich verhälst, wie sollst du dich dann ändern können?

Wenn man darüber nachdenkt kann man eigentlich nur zu einer einzige, traurigen Schlussfolgerung kommen: Rede nicht, öffne dich nicht und traue niemandem!

Irgendwann wird schon irgend etwas geschehen, dass du als gut bezeichnen würdest.

Dorffeste in Städten

Ich fühlte mich unweigerlich an zu Hause erinnert als ich gestern Nacht die Mensa der Pädagogischen Fakultät betrat. Das heißt genauer: an irgendeine miese Abi- Party irgendwo in einem ranzigen Bierzelt auf einem Feld, irgendwo im Nirgendwo.

Die Agrarwissenschaftler veranstalteten mal wieder ihren „Bauernschwoof“. Ist ja ein lustiger Name, habe ich mir immer gedacht. Und die Tatsache, dass dies die wohl größte Studentenparty Bonns ist hat mich immer glauben lassen, dass sie wohl auch etwas zu bieten hat. Selber bin ich noch nie vorher da gewesen in den letzten drei Jahren. War wohl auch besser so. Denn der Name entpuppte sich nicht als lustig, sondern als bitterer Ernst. Vier gute Songs liefen, aber dann kramte irgendein (ich bin mir nicht sicher, ob man ihn überhaupt so nennen darf) DJ wohl seine Fetenhits- CD aus den Untiefen seines Alukoffers und ließ auch nicht mehr davon ab. Und dann tanzten sie da, die ganzen Deppen und Hackfressen, hüpften, grölten die Schlager mit. Niedriger kann das Niveau wohl nur am Ballermann liegen- aber selbst da bin ich mir nicht so sicher. Dort gibt es immerhin Titten zu sehen.

In regelmäßigen Abständen wurde die Musik runter gedreht, um die Anwohner nicht zu belästigen, wenn die Fenster geöffnet wurden um die Raumtemperatur von 40 auf 35 Grad herabzusetzen. Zuerst dachte ich, dass wäre eine ziemlich bescheuerte Idee. Aber wenn du nur darauf wartest, dass sie gleich auch noch „Über den Wolken“ (aiaiai) spielen, bist du froh, wenn du die Scheiße nicht noch länger hören musst. Irgendwann liefen dann die 90er Hits. Mr. Vain, Rhythm is a dancer… ja, und ich habe mich dazu auch bewegt, weil der Pegel gestimmt hat- aber wir sind dann zum Glück auch gegangen. Mal wieder rüber ins Blow Up. War auch besser so. Das muss doch echt nicht sein. Vorallem den Zufall dieser kack Veranstaltung kann ich einfach nicht nachvollziehen. Es bestätigt mich aber wieder darin, dass 90% aller Stundenten einfach nur Idioten sind. Was bleibt als Resümee dieses Abends? Wieder fünf Euro (Eintrittsgeld) verschwendet. Aber immerhin war ich in guter Begleitung, das rettet es ein wenig.