Dorffeste in Städten

Ich fühlte mich unweigerlich an zu Hause erinnert als ich gestern Nacht die Mensa der Pädagogischen Fakultät betrat. Das heißt genauer: an irgendeine miese Abi- Party irgendwo in einem ranzigen Bierzelt auf einem Feld, irgendwo im Nirgendwo.

Die Agrarwissenschaftler veranstalteten mal wieder ihren „Bauernschwoof“. Ist ja ein lustiger Name, habe ich mir immer gedacht. Und die Tatsache, dass dies die wohl größte Studentenparty Bonns ist hat mich immer glauben lassen, dass sie wohl auch etwas zu bieten hat. Selber bin ich noch nie vorher da gewesen in den letzten drei Jahren. War wohl auch besser so. Denn der Name entpuppte sich nicht als lustig, sondern als bitterer Ernst. Vier gute Songs liefen, aber dann kramte irgendein (ich bin mir nicht sicher, ob man ihn überhaupt so nennen darf) DJ wohl seine Fetenhits- CD aus den Untiefen seines Alukoffers und ließ auch nicht mehr davon ab. Und dann tanzten sie da, die ganzen Deppen und Hackfressen, hüpften, grölten die Schlager mit. Niedriger kann das Niveau wohl nur am Ballermann liegen- aber selbst da bin ich mir nicht so sicher. Dort gibt es immerhin Titten zu sehen.

In regelmäßigen Abständen wurde die Musik runter gedreht, um die Anwohner nicht zu belästigen, wenn die Fenster geöffnet wurden um die Raumtemperatur von 40 auf 35 Grad herabzusetzen. Zuerst dachte ich, dass wäre eine ziemlich bescheuerte Idee. Aber wenn du nur darauf wartest, dass sie gleich auch noch „Über den Wolken“ (aiaiai) spielen, bist du froh, wenn du die Scheiße nicht noch länger hören musst. Irgendwann liefen dann die 90er Hits. Mr. Vain, Rhythm is a dancer… ja, und ich habe mich dazu auch bewegt, weil der Pegel gestimmt hat- aber wir sind dann zum Glück auch gegangen. Mal wieder rüber ins Blow Up. War auch besser so. Das muss doch echt nicht sein. Vorallem den Zufall dieser kack Veranstaltung kann ich einfach nicht nachvollziehen. Es bestätigt mich aber wieder darin, dass 90% aller Stundenten einfach nur Idioten sind. Was bleibt als Resümee dieses Abends? Wieder fünf Euro (Eintrittsgeld) verschwendet. Aber immerhin war ich in guter Begleitung, das rettet es ein wenig.

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2 Gedanken zu “Dorffeste in Städten

  1. Irgendwie, Limbo, denke ich du solltest einfach zuhause bleiben, anstelle immer wieder auf Partys zu gehen, die du dann hier zerreisst, weil die Musik kacke war, die Leute ebenso und eh auch alles viel zu teuer.
    Geh doch einfach mit guten Leuten auf gute Partys. ;-)

  2. Ich war ja mit guten Leuten da. Das Problem ist, dass man leider nicht immer weiß, was einen erwartet. Und es war für uns alle der erste (und letzte) Schwoof.
    Der 3RaumWohnung habe ich aber auch schon komplett abgeschworen. Da kriegt mich ab jetzt echt niemand mehr rein.

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