Archiv für den Monat April 2009

Man muss erstmal wieder einen Einstieg finden

Gegen halb drei wollten wir gehen, eigentlich eine gute Zeit um aufzubrechen. Es hatte den ganzen Tag geregnet und war erst seit einigen Stunden wieder trocknen, die Luft hatte sich abgekühlt und am Himmel zeigten sich jetzt vereinzelt die Sterne.

Wenn das der Anfang für die einzige Anekdote ist, die ich aus dem letzten Monat zu berichten habe, merkt man, dass das Wetter allmählich besser wird. Ich liege viel im Hofgarten herum, bewegungslos und beobachte Menschen, rede Müll- es gibt eben Dinge die verändern sich wohl nicht. Es ist auch sonst nichts passiert. Man tut dies, man tut das und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass man eigentlich gar nichts getan hat, nichts geschafft hat.

An besagtem Abend also war mal wieder Funk- Party. An die letzte habe ich keine guten Erinnerungen, also hatte ich mich dazu entschieden, mich zurückzuhalten was den Alkohol angeht. Nüchtern bleiben tut jedoch keiner Party gut, woraus auch der recht frühe Aufbruch resultierte. Als wir uns in der Dunkelheit zu orientieren versuchten erkannte ich schnell, dass es wohl etwas länger dauern würde bis ich nach Hause kommen würde. Die Bauarbeiten am Nachbarhaus waren scheinbar seit letztem Jahr abgeschlossen, Europaletten gab es keine mehr, doch in ähnlicher Position wie ich damals, lag jetzt Anne auf dem noch nassen Boden und kotze sich die Seele aus dem Leib. Kann ja mal passieren- doch leider war sie keinen Zentimeter zu bewegen. Eine gute halbe Stunde kämpften wir mit ihren schlaffen Gliedern, doch war nicht abzusehen, dass sie sich in naher Zukunft wieder bewegen würde- und das obwohl sie uns mehrfach versprach, dass es ihr in fünf Minuten besser gehen würde.

Wir besorgten eine Decke, damit sie nicht komplett unterkühlte und warteten. Ein Blick in die Zigarettenschachtel verriet mir, dass wir ziemlich lange warteten, bis wir auf die Lösung des Problems kamen. Noch mal drei bis vier Zigaretten später hatten wir einen Einkaufswagen organisiert, in den ich Anne legte, die Decke um ihre Schultern schlang und sie darin nach Hause schob. Für die Menschen die unseren Weg kreuzten muss es ein lustiges Bild abgegeben haben, zu sehen wie ich diesen Einkaufswagen schiebe in dem Anne liegt und heraus kotzt. Das seltsame ist, dass dieses Bild, zumindest so in der Art, das ist, was ich schon immer unter Rock ´n Roll verstanden habe- passt eigentlich gar nicht zu einer Funkparty.

Ich verspürte eine gewisse Erleichterung als ich den Wagen ums Haus herum durch das nasse Gras schob und auf der Terasse parkte. Jemand öffnete die Tür und es kostete mich einige Überwindung, bis ich Anne aus dem Wag hob und in ihr Bett legte. Danach war alles egal, also wischte ich ihr auch noch die Kotze aus dem Gesicht, stellte ihr einen Eimer neben das Bett und ging. Als ich nach Hause kam war es vier. Die Party wurde dadurch nicht besser, aber mein Leben um eine Anekdote reicher. Ich habe dann auch direkt geschlafen und eine Menge wirres Zeug geträumt.

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