Archiv für den Monat Dezember 2009

Der 2. Advent

Als ich in die neue Wohnung zog saßen im Badezimmer über der Tür zwei Spinnen. (Notiz an mich: Super Einstieg!) Die eine war noch sehr klein und auch die andere war nicht wirklich abscheulich, also durften sie bleiben. Irgendwann jedoch wurde die größere von beiden zu groß, deswegen habe ich sie getötet. Sie hinterließ einen kleinen Fleck an der Wand. Die andere Spinne wanderte in Folge dessen in eine andere Ecke des Badezimmers und wuchs dort heran. Erst als sie so groß war, wie die größere (nun tote Spinne) anfangs kehrte sie an exakt denselben Platz zurück an dem die Tote vorher saß. Dies kann ich wunderbar anhand des Flecks abschätzen. Und wir alle wissen, was ich mit ihr anstellen werde, wenn sie weiter wächst.

Warum ich das erzähle? Nun ja, zum einen, weil ich finde, dass es eine ganz wunderbare Parabel auf die Menschheit ist, und wir alle die Fehler unserer Vorfahren begehen, zum anderen (und eigentlich viel eher) deshalb, weil ich mir Gedanken darüber gemacht habe was so eine Spinne eigentlich für einen Sinn im leben hat. Sie sitzt wirklich nur an einem Fleck herum und bewegt sich nur, wenn es was zu essen gibt. Das hat mich dann wiederum an mich erinnert.

Im Grunde tun mir diese zwei Tage Uni, die ich in der Woche noch habe nicht wirklich gut. Was dazu führt, dass ich versumpfe. Ich habe das Gefühl, dass ich auch schon mal klüger war und dass alle Forschungen, die behaupten vom zocken würde man dumm werden stimmen. Mittlerweile streck ich da aber schon viel zu tief drin, so dass es mir egal ist und ich mein Schicksal gleichgültig ertrage. Auf der anderen Seite spinne ich mir natürlich auch Theorien zusammen nachdem es gar nicht das Zocken ist, das dumm macht, sondern nur die Tatsache, dass es mich davon abhält mal wieder ein Buch zu lesen.

Jetzt neigt sich das Jahr schon wieder dem Ende zu und alles auf das ich zurückblicken kann sind die Prüfungen, die ich im Frühjahr bravourös gemeistert habe. Danach kam dann eigentlich nichts mehr. Ein paar Spiele hab ich durchgespielt und das zeigt eigentlich sehr schön wie alles vor sich hinläuft.

Wenn ich aber den Blick nach hinten wende, muss ich auch voraus schauen. 2010 wird mal wieder ein Jahr der Entscheidungen und der Abschiede. Ich werde mein Studium abschließen, werde die Uni verlassen, ein paar Leute werden vergessen, bei anderen wird der Abschied schmerzen und mit wieder anderen werde ich mich hoffentlich noch in 50 Jahren darüber unterhalten wie erbärmlich das hier alles ist.

Apropos erbärmlich: Bald ist schon wieder Weihnachten und zeitweise habe ich sogar ernsthaft überlegt dieses Jahr nicht nach Hause zu fahren. Da ich das aber nicht bringen kann, habe ich mich entschlossen Weihnachten 2009 komplett scheiße zu finden und jeden, der dieses Kackfest in irgendeiner Form herbeisehnt zum Vollidioten zu erklären. Draußen sind es 12 Grad, die Menschen sind nicht glückselig sondern nerven wie eh und je und das einzige, das irgendwie weihnachtliche Stimmung aufkommen lässt ist der Einzelhandel und der Glühweingeruch in der Innenstadt. Tut mir zwar Leid für den Geburtstag von diesem Jesus- Typen, aber an irgendwas muss man die innere Unzufriedenheit ja auslassen.

Und dann ist da ja auch noch diese Sache im März, von der ich immer noch nicht weiß, was ich davon halten soll. Mag sein, das Abschiede, wenn sie erwartet werden leichter fallen, mag sein, dass das aber nur so ist, weil man sich von Anfang an nicht wirklich darauf eingelassen hat.

Im Grunde führen mich alle meine Überlegungen nur wieder an den Punkt mit dem Verdummen. Ein Teufelskreis… nichtsdestotrotz habe ich mich gestern in einen Song verliebt, vielleicht weil er momentan so herrlich zu mir passt.

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