Archiv für den Monat April 2010

#6

2004 habe ich sehr viel Zeit in kleinen Musikläden verbracht. Damals war Hot Shot Records in Bremen noch kleiner und an einem anderen Standort. Am Tresen standen drei CD- Player und man konnte im Laden rauchen. Ich bin oft alleine dorthin gefahren und habe nach Musik gesucht. Gezielt nach Bands die ich nicht kannte, bei denen mich entweder der Bandname, der Albumtitel oder das Cover gereizt haben. Ich habe mir zehn- zwanzig Alben rausgesucht, mich auf den Barhocker neben der Kasse gesetzt, meine Zigaretten abgelegt und die Alben durchgehört.  Meist kaufte ich dann nur drei oder vier, aber es gab da diese niedliche Verkäuferin, die mir bei fast jedem Kauf Recht gab.

Mit der Zeit nach dem Abi entwickelte sich meine Vorliebe für ruhige Musik. Ich lernte Postrock schätzen, als ich mich in Sigur Ros verliebte- und anfangs dachte ich, Postrock müsste immer so klingen. Ich dachte, wenn es einen Himmel gibt, dann klingt es dort genau so. Irgendwann lernte ich Godspeed You! Black Emperor besser kennen, Explosions in the Sky und wie sie alle heißen. Ich habe viel Musik aus Skandinavien gehört (und manchmal auch The Cure) und hin und wieder glaube ich immer noch, dass ich mir irgendwann ein Haus in Island kaufen werde.

Und wenn ich heute meine Musikempfehlungen bei Last.fm bekomme, dann fehlt mir diese Zeit, dann fehlt mir dieser kleine, schäbige Musikladen, der sich vor der Masse versteckt. Der Gesucht werden will und in dem man selber suchen muss. Am Ende geht man nicht mit irgendeinem Datenschrott nach Hause. Wenn ich heute vor meiner CD- Sammlung stehe, kann ich noch jedes Album zuordnen, das ich dort gekauft habe. Für das ich zwischen all den Musiknerds gesessen habe, die die Scheiße genauso lieben wie ich.

Die Alben und Songs aus dieser Zeit erinnern mich immer wieder daran. Und einer davon ist dieser. [Mucke die ihr öfter hören solltet.]