Archiv für den Monat Juli 2010

Machste nix…

Diese chronische Unzufriedenheit muss aufhören, echt mal. Es gibt Tage, da will ich nach draußen gehen und einfach irgendwas kaputt schlagen – weil ich das aber nicht mache bleibt es dann dabei, dass ich unzufrieden bin. Es geht sogar schon wieder so weit, dass ich denke, dass mich diese Stadt nervt. Aber wegfahren? – Wohin, wenn man weiß, dass es anderswo genauso scheiße ist. Außerdem kennt man da auch keinen. Dann ist da auch noch dieser ständige Zwiespalt aus Menschenhass und Nähebedürfnis. Der Drang alles mies zu machen, jeden scheiße zu finden, sich so lange irgendwelche Bilder anzugucken, bis man die Fressen hasst, die darauf abgebildet sind – und dann stellt man fest, dass man Fotos von sich anguckt. (Notiz an mich: total platt, aber irgendeine Pointe musste her. Zeit für nen neuen Absatz.)

Abhängig ist meine Laune momentan immer davon, wie gut ich tagsüber mit meiner Magisterarbeit vorangekommen bin. Ähnliche Stimmungsschwankungen müssen Schwangere haben. Oder Manisch- Depressive. Wie man sich als manisch- depressive Schwangere fühlt, will ich mir gar nicht ausmalen. (Notiz an mich: wieder so blöd.)

Gestern ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich mir das Leben in diesem Alter als Kind einfach ganz anders vorgestellt habe. Mit 10 war ich fest davon überzeugt, dass ich mit 26 bestimmt Auto fahre. Mit 15 habe ich gedacht, dass ich bei der Bundeswehr bin. Noch mit 18 habe ich gedacht, dass man mit Mitte 20 schon ans Heiraten denkt. – Gestern war ich auf dem Kindergeburtstag eines 28 jährigen (mit Topfschlagen). Noch vor 2 Monaten habe ich übrigens gedacht, dass es mir fehlen wird nicht mehr zu rauchen, dass ich nicht mehr derselbe bin – jetzt weiß ich, dass sich gar nichts ändert. Nichts ändert sich außer, dass wir alle im älter werden. (Wie oft ich das in den letzten Jahren schon geschrieben habe, kann ich auch nicht mehr zahlen. Notiz an mich: irgendwann ist die Floskel auch ausgelutscht.) Aber ich denke daran, dass wir bald in das Alter kommen in dem wir uns ernsthaft mit der Zukunft beschäftigen müssen. Eine Zukunft außerhalb der Uni (kaum vorstellbar). Arbeiten, aber wo? Und als was? Familie? Ein Haus? Irgendwo aufs Land ziehen? In der Stadt bleiben? Auswandern? – irgendwann sollte das alles mal losgehen. Seltsamer Gedanke.

Ich würde gerne rausgehen und ein dickes „Fickt euch alle“ auf die Straße sprayen, ganz so als wäre ich wieder 16. Das wäre zwar dumm, aber wenigstens mal wieder ein Statement.

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