Archiv für den Monat März 2011

The Movies

Als wir (und mit wir meine ich hier immer Menzo und mich) damals zum ersten Mal Pulp Fiction gesehen haben, haben wir auch begonnen uns für Tarantino (als Person) zu interessieren. In Videothek gearbeitet, Filmfreak – klar, dass er sowas wie ein Held für uns war. Wenn man in Zusammenhang mit Filmen von Intertextualität spricht muss man seinen Namen nennen, dass war uns schon klar, bevor wir wussten, was Intertextualität überhaupt ist. Ich gehe noch heute so weit, dass ich sage, dass man Tarantinos Filme nicht richtig verstehen kann, wenn man die Vorlagen nicht kann. Sicher, man kann der Story folgen, ein paar Jokes zünden sogar auch, das wars dann aber auch. (Ich bin überzeugt, dass dies auch Death Proofs größtes Problem ist.)

Wird diese Phrase spätestens seit Kill Bill mehr als inflationär verwendet, hatte es zu dieser Zeit sogar noch eine Bedeutung wenn irgendwo „Quentin Tarantino empfiehlt“ drauf stand. Und wir haben uns alles reingezogen, was uns in die Hände geriet. Von Pam Griers Titten und John Woos Ballerorgien bis in amerikanische Vorstädte – ich hab das Gefühl, wie haben alles gesehen, was auf Tarantinos Referenz-Liste stand (und für sieben Trailer-Links in einem Satz klopfe ich mir jetzt mal selber auf die Schulter). Schon lange vor Kill Bill kam man nicht umhin sich dafür verstärkt mit dem asiatischen Kino zu befassen.

Für uns war Asien damals absolutes filmisches Neuland. Und auch, wenn wir zu der Zeit nur einen Bruchteil der (großen) Hollywoodfilme gesehen hatten, so kannten wir doch zumindest die Titel und wussten grob, worum es ging. Asien lag im Verborgenen, war ein Geheimnis – umso besser, dass wir den Herrn Tarantino dabei hatten, der sich als guter Reiseführer entpuppte. Der Kampf des einarmigen Boxers gegen die fliegende Guillotine, ist nach wie vor zu einem meiner liebsten Martial Arts Filme.[1]

Als ich dann irgendwann From Dusk Till Dawn über alles liebte, und auch zum ersten Mal Braindead gesehen hatte, war für mich klar, dass ich mir nun so viele Splatter-Filme wie irgendwie möglich ansehen musste. Der vermutlich trashigste, der mir dabei bis heute untergekommen ist, ist Story of Ricky, den man sich glücklicherweise sogar vollständig auf Google Videos ansehen kann. Vermutlich hätte ich ohne Tarantino, ohne Pulp Fiction, niemals dieses Interesse an Filmen entwickelt. Vermutlich wäre dann sogar was ordentliches aus mir geworden. Vielleicht aber auch nicht. Und sowieso, wäre das alles dann nicht so spaßig.

In diesem Sinne: alles Gute zum 48. Geburtstag, Herr Tarantino!


[1] Obwohl ich dazu sagen muss, dass ich kein riesengroßer Fan dieses Genres bin und ihn somit  aus einer recht überschaubaren Anzahl von Filmen ausgewählt habe.

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So, ihr Schnullies

Weil es gestern schon wieder niemand kannte.

Wenn man Kind ist, vergeht die Zeit langsamer. Alles kommt einem ewig vor. Bestes Beispiel dafür sind Fernsehserien, die man gesehen hat und dachte, sie hätten mindestens 100 Folgen gehabt. (So ging es mir zum Beispiel bei der Schatzinsel). Im Gegensatz zur Schatzinsel, die verhältnismäßig viele andere kennen, kommt es mir immer so vor, als wäre ich der einzige, der damals „Immer wenn er Pillen nahm“ gesehen hat. Ich dachte immer, ich hätte die Serie jahrelang geschaut, mittlerweile weiß ich, es waren nur 17 Episoden.

Für eine lange Zeit konnte ich mich nur an eine einzige Szene erinnern, nämlich die, in der Stanley Beamish ein Haus an einer Seite hochhebt und eine Verbrecherbande aus dem Fenster purzeln lässt. Ziemlich abgefahrener Scheiß, was?

Was war ich froh, als die Serie endlich auf DVD erschien. Aber seitdem werde ich von jedem, der die Box sieht, gefragt, was das nun eigentlich sei.

Um dem einhalt zu gebieten: Viel Spaß damit.

 

FYI

Ach verdammt, heute ist ja schon wieder diese Zeitumstellung dran. (Die schlechte Variante der Zeitumstellung). Schoss mir gerade in den Sinn.

Hi, ich bin Limbo, ich mach hier Infotainment.

 

Liz Taylor – (K)Ein Nachruf

Heute ist Liz Taylor gestorben und ich muss gestehen, dass ich so gut wie keinen ihrer Filme gesehen habe. Sogar als Cleopatra kenne ich sie nur von Fotos, obwohl ich den Film seit Jahren gucken möchte. Daher kann dies auch kein wirklicher Nachruf werden. Sie war mir immer eher als Persönlichkeit, als Charakter in aus der Filmindustire, bekannt, als als Schauspielerin. Mehr als jemand dessen Ruhm ihn stets verfolgt hat, weil er allerorten zitiert wurde. Ein  Symbol des „alten Hollywood“, ein Relikt, aber immer noch so bedeutend, so prägnant, dass sein Nachwirken bis heute spürbar ist.

Ich weiß nicht, woran es lag, dass ich niemals wirklich mit ihrem schauspielerischen Schaffen in Berührung gekommen bin. Mit einer Vorliebe für alte Filme kann die Tatsache, dass ihre aktive Zeit  mehr oder weniger beendet war, als ich begann mich für Filme zu interessieren, für mich nicht als Ausrede herhalten.

An was ich mich aber heute, als ich von ihrem Tod erfuhr, sofort erinnert habe, war einer ihrer wenigen Filme die ich dann doch gesehen habe. Es ist so ein Film, der nur noch in Bruchstücken in der Erinnerung existiert, weil man ihn ein Mal gesehen hat und ihn damals gut fand. Hin und wieder taucht er seitdem in der Erinnerung auf und verschwindet dann wieder. Und so wiederholt es sich.

Die Nacht der tausend Augen (Night Watch, von 1973) habe ich vor knapp 10 Jahren mal im WDR gesehen  (zumindest ist das die einzige Free-TV-Ausstrahlung, die in der Ofdb gelistet wird und zeitlich mag das hinkommen). Ich weiß noch, dass ich zufällig zu dem Film gezappt  habe und dann dabei hängen geblieben bin. Dass es für mich damals einer dieser Filme war, der einen mit seiner Hauptfigur verbindet und dadurch mit echter Spannung anstatt durch platte Schockeffekte überzeugen kann. Ob dies an der Klasse von Liz Taylor lag, die dazu beigetragen hat die Atmosphäre derart zu verdichten, dass man selber in ihrer Situation aufgehen konnte, kann ich heute beim besten Willen nicht mehr sagen, im Zweifel würde ich aber behaupten, ja.

Ich erinnere mich an das für seine Zeit recht blutige Ende. Mehr als dasweiß ich von damals nicht mehr und bisher hatte ich leider auch keine Gelegenheit den Film erneut zu sehen. Seit Jahren mache ich mich immer mal wieder Schlau, ob es mittlerweile (irgendwo) eine DVD-Veröffentlichung gibt, doch leider sieht es da weltweit nicht gut aus. Woran das liegt weiß ich nicht. Rechte? Lizenzen? Mangelndes Interesse?

Manchmal ist ja – so traurig es auch ist – ein Tod nötig, damit das Werk eines Künstlers neue Beachtung erfährt und vielleicht, so hoffe ich, rückt dann auch dieser Film wieder in den Fokus. Und wenn nicht, so erwische ich doch vielleicht wenigstens nochmal eine Ausstrahlung im TV.

Bis dahin bleibt mir erst einmal nur eine italienisch synchronisierte Szene.

„Bekackte Amateure“

Vor vier Jahren haben Dennis und ich angefangen einen kleinen Zombiefilm zu planen. Über die Planung ist er allerdings auch nie hinausgekommen.

Heute habe ich den Ordner wieder entdeckt in dem sich die erste Fassung des Drehbuches, ein paar Fotos von Friedhöfen und erste Testbilder des von mir angerührten Kunstblutes befinden.

Es sollte ein Schwarzweißfilm, ganz im Stil von Romeros Night of the Living Dead, werden jedoch die Musik aus Fulcis Filmen mit der postapokalpytischen Stimmung von 28 Days Later vereinen.  Ein großes Vorhaben mit kleinen Mitteln also (der Zyniker in mir sagt, dass dieses Vorhaben ja nur im Keim scheitern konnte). Es wäre sicherlich eine Menge Spaß geworden, ist aber schon an mangelndem Engagement aller Beteiligten und dem Drehbuch gescheitert, dass ich bestimmt noch fünf Mal hätte überarbeiten müssen. Einzig der (Lowfi-)Soundtrack ist als halbwegs fertig zu betrachten und lässt mich hin und wieder lächeln, wenn er die Bilder, die ich mir dazu immer vorstelle, wieder aufleben lässt.

Anlass für die Überlegung überhaupt einen Amateurzombiefilm in schwarzweiß zu drehen waren damals aber gar nicht die angestrebten Vorbilder, sondern viel mehr ein Musikvideo. Eines, dass ich soeben noch einmal geschaut habe und das immer noch eines meiner Liebsten ist.  Besonders das Ende ist nichts anderes als 45 Sekunden Musikvideogeschichte und beinhaltet so viel Charme und morbide Romantik, dass es auch für das Ende des nie gedrehten Films Pate stand.

Phantom Planet- Big Brat (Sony sei dank, diesmal leider kein YouTube-Link und irgendwie will das Einbetten gerade nicht funktionieren).

To the Devil a Weblog

Als ich frisch mit dem Studium fertig war (mittlerweile auch schon fast zwei Monate her) habe ich mir vorgenommen einen neuen Blog zu eröffnen. Ein Blog in dem es um Filme geht, vornehmlich klassische Horrorfilme. Ideen habe ich gesammelt, Notizen für Artikel gemacht – endlich mal strukturiert Bloggen, endlich mal wirklich daran arbeiten und nicht nur runterschreiben. Über Filme schreiben – mehr und mehr ist mir aufgegangen, dass es das ist, was ich gerne mache, gerne weiterhin machen möchte – zumindest vorerst. Wie die Chancen dafür stehen, dies (vorläufig) weiterhin tun zu können, wird sich hoffentlich in der kommenden Woche entscheiden.

Mit einer Hommage an die von mir so geliebten Hammer-Filme wollte ich den neuen Blog starten. Habe schon Titel ausgewählt (gute wie schlechte), mir Gedanken gemacht, den ersten Artikel geschrieben, wollte ein wenig vorbereiten, um (zumindest zu Beginn) auch regelmäßig veröffentlichen zu können. Und dann:  die übliche Schreibpause. Nicht einmal eine Blockade, auch keine Unlust, pure Faulheit. Dieser will ich zur Zeit entgegenwirken, indem ich zumindest hier wieder regelmäßiger schreibe.

Auch ärgert es mich, dass mir bisher kein besserer Titel für den neuen Blog eingefallen ist. Da ich aber hoffe, ihn nun bald doch endlich starten zu können, ist dieser Eintrag als ein klein wenig Eigenwerbung gedacht.

Und weil es irgendwie passt, hier der  wunderbare Score zu Fulcis Zombi 2 (a.k.a. Woodoo a.k.a. Zombie Flesh Eaters).

On and on and on and on..

Hi, ich bin Limbo und ich erzähle Anekdoten zu den Videos, die ich hier poste.

Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, habe ich viel Zeit mit meiner Tante und meinem Onkel verbracht. Habe am Wochenende häufig dort übernachtet. Ich fand das super. Zum einen, weil meine Tante einen ähnlichen infantilen Humor hatte wie ich damals (und auch heute noch) und zum anderen weil ich dort Dinge tun konnte, die ich zu Hause nicht tun konnte. Filme gucken zum Beispiel. Wir hatten damals weder Kabel noch einen Videorecorder, mein Onkel konnte mit beidem aufwarten – ein Paradies für mich, damals schon. Und abgesehen von einer riesigen Spielesammlung (damals spielte man noch Brettspiele) gab es dort auch einen C64, auf dem ich Bekanntschaft mit Monkey Island[1] machen konnte.

Es ist schon komisch, dass ich auch jetzt, fast 18 Jahre später, manche Augenblicke noch so real vor Augen habe, als wäre es vorgestern gewesen. Ich weiß noch genau, wie die selbstgemachte Pizza geschmeckt hat, weiß noch, wie sehr mich das Blubbern (exakt dieses Blubbern) des Aquariums beim Einschlafen gestört hat und dass ich immer Angst vor dem Portrait des Urgroßvaters meiner Tante hatte, das an der Wand hing.

Was mich schon als Kind immer begeistert hat, war die riesige CD- und Schallplatten-Sammlung meines Onkels. In meinem kindlichen Verständnis, musste er ALLES haben, was es an Musik gab – verständlich, wenn man berücksichtigt, dass es für mich nur Michael Jackson, Matthias Reim und David Hasselhoff existierten. (Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass ich mit 5 total auf Tina Turner abgegangen bin, aber davon weiß ich nichts mehr.)

Zum festen Ritual an diesen Wochenenden, die ich bei meiner Tante und meinem Onkel verbrachte gehörte (neben den selbstgebackenen Brötchen, an deren Geruch ich mich auch noch genau erinnere), dass das Erste was mein Onkel morgens tat darin bestand, Musik aufzulegen. Meistens lief Reggae; vermutlich Marley, das weiß ich nicht mehr genau. An Mike Oldfields „Tubular Bells“ und Pink Floyds „Division Bell“ erinnere ich mich dabei umso mehr. Alben die ich damals nicht mochte und die ich, bis auf einzelne Songs, auch heute noch nicht besonders mag.

Ebenfalls ständiger Begleiter war Peter Gabriel. Ich weiß noch, dass ich ihn als Kind gehasst habe. Ich kann nicht mehr sagen, was genau mich gestört hat. Vielleicht war es diese Hektik, die ein voll aufgedrehtes „Sledge Hammer“ oder „Big Time“ am Frühstückstisch verbreitet haben – aber in einer Assoziationskette von Adjektiven fiel mir über Jahre zu Peter Gabriel direkt „Nervig“ ein. Und das, obwohl ich nur eine handvoll Songs kannte. Klar, ein Mal alle zwei Jahre „Sledge Hammer“ zum Spaß, kann man mal machen, das ist genau, wie man auch mal zu „Invisible Touch“ intuitiv mitwippt. Aber sich hinsetzen und wirklich aufmerksam Peter Gabriel hören? Unvorstellbar. – Vielleicht ist das eines meiner größten (kulturellen) Versäumnisse bisher gewesen. Ich bin gerade noch dabei das zu beheben, muss aber gestehen, dass ich dem Mann Unrecht getan habe. Dafür entschuldige ich mich mit diesem Eintrag und geb euch auch gleich wieder zwei Songs mit auf den Weg.

Weils einfach Stil hat:

 

Und weil ich auch grad „grieve“ und er mich damit direkt hatte.

 

 

 

 

 


[1] Und etliche andere, aber darum soll es jetzt nicht gehen.

# 8

Uff – seit 4 Monaten liegt das hier schon wieder brach? Die Zeit rast, liebe Leute, lasst euch  das gesagt sein. Und so viel sich auch getan hat, so wenig gibt es zu berichten. Klingt absurd, ist aber so.

Ich war fleißig, ich war faul, war geschäftig und lethargisch, wurde mürbe, wurde müde, war traurig und erschöpft, ich hab gerockt, ich hab verloren. Keine Lust zu reden, kein Elan zu schreiben – das alte Lied.

Jetzt muss der Blick nach vorne gerichtet werden – weiterdenken, weitermachen, weitergehen. Es ist ein Gefühl, wie wenn man morgens noch 5 Minuten länger liegen bleiben will, weil es außerhalb der Decke so verdammt kalt ist.

Ach kacke, ich schwadronier‘ schon wieder. Wird Zeit schlafen zu gehen.

Den geb ich euch aber noch mit, weils mitten in der Nacht nur wenig gibt was besser ist:

 

* Nachtrag:

Meine erste Bekantschaft mit dem Song habe ich übrigens 1995 gemacht. Allerdings als Opening Track der Thunderdome XI. Die Anekdote wollte ich euch jetzt nicht ersparen, vorallem weil der Song in der Form einfach so scheiße ist, dass er… naja, er ist einfach nur scheiße.