On and on and on and on..

Hi, ich bin Limbo und ich erzähle Anekdoten zu den Videos, die ich hier poste.

Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, habe ich viel Zeit mit meiner Tante und meinem Onkel verbracht. Habe am Wochenende häufig dort übernachtet. Ich fand das super. Zum einen, weil meine Tante einen ähnlichen infantilen Humor hatte wie ich damals (und auch heute noch) und zum anderen weil ich dort Dinge tun konnte, die ich zu Hause nicht tun konnte. Filme gucken zum Beispiel. Wir hatten damals weder Kabel noch einen Videorecorder, mein Onkel konnte mit beidem aufwarten – ein Paradies für mich, damals schon. Und abgesehen von einer riesigen Spielesammlung (damals spielte man noch Brettspiele) gab es dort auch einen C64, auf dem ich Bekanntschaft mit Monkey Island[1] machen konnte.

Es ist schon komisch, dass ich auch jetzt, fast 18 Jahre später, manche Augenblicke noch so real vor Augen habe, als wäre es vorgestern gewesen. Ich weiß noch genau, wie die selbstgemachte Pizza geschmeckt hat, weiß noch, wie sehr mich das Blubbern (exakt dieses Blubbern) des Aquariums beim Einschlafen gestört hat und dass ich immer Angst vor dem Portrait des Urgroßvaters meiner Tante hatte, das an der Wand hing.

Was mich schon als Kind immer begeistert hat, war die riesige CD- und Schallplatten-Sammlung meines Onkels. In meinem kindlichen Verständnis, musste er ALLES haben, was es an Musik gab – verständlich, wenn man berücksichtigt, dass es für mich nur Michael Jackson, Matthias Reim und David Hasselhoff existierten. (Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass ich mit 5 total auf Tina Turner abgegangen bin, aber davon weiß ich nichts mehr.)

Zum festen Ritual an diesen Wochenenden, die ich bei meiner Tante und meinem Onkel verbrachte gehörte (neben den selbstgebackenen Brötchen, an deren Geruch ich mich auch noch genau erinnere), dass das Erste was mein Onkel morgens tat darin bestand, Musik aufzulegen. Meistens lief Reggae; vermutlich Marley, das weiß ich nicht mehr genau. An Mike Oldfields „Tubular Bells“ und Pink Floyds „Division Bell“ erinnere ich mich dabei umso mehr. Alben die ich damals nicht mochte und die ich, bis auf einzelne Songs, auch heute noch nicht besonders mag.

Ebenfalls ständiger Begleiter war Peter Gabriel. Ich weiß noch, dass ich ihn als Kind gehasst habe. Ich kann nicht mehr sagen, was genau mich gestört hat. Vielleicht war es diese Hektik, die ein voll aufgedrehtes „Sledge Hammer“ oder „Big Time“ am Frühstückstisch verbreitet haben – aber in einer Assoziationskette von Adjektiven fiel mir über Jahre zu Peter Gabriel direkt „Nervig“ ein. Und das, obwohl ich nur eine handvoll Songs kannte. Klar, ein Mal alle zwei Jahre „Sledge Hammer“ zum Spaß, kann man mal machen, das ist genau, wie man auch mal zu „Invisible Touch“ intuitiv mitwippt. Aber sich hinsetzen und wirklich aufmerksam Peter Gabriel hören? Unvorstellbar. – Vielleicht ist das eines meiner größten (kulturellen) Versäumnisse bisher gewesen. Ich bin gerade noch dabei das zu beheben, muss aber gestehen, dass ich dem Mann Unrecht getan habe. Dafür entschuldige ich mich mit diesem Eintrag und geb euch auch gleich wieder zwei Songs mit auf den Weg.

Weils einfach Stil hat:

 

Und weil ich auch grad „grieve“ und er mich damit direkt hatte.

 

 

 

 

 


[1] Und etliche andere, aber darum soll es jetzt nicht gehen.

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