Liz Taylor – (K)Ein Nachruf

Heute ist Liz Taylor gestorben und ich muss gestehen, dass ich so gut wie keinen ihrer Filme gesehen habe. Sogar als Cleopatra kenne ich sie nur von Fotos, obwohl ich den Film seit Jahren gucken möchte. Daher kann dies auch kein wirklicher Nachruf werden. Sie war mir immer eher als Persönlichkeit, als Charakter in aus der Filmindustire, bekannt, als als Schauspielerin. Mehr als jemand dessen Ruhm ihn stets verfolgt hat, weil er allerorten zitiert wurde. Ein  Symbol des „alten Hollywood“, ein Relikt, aber immer noch so bedeutend, so prägnant, dass sein Nachwirken bis heute spürbar ist.

Ich weiß nicht, woran es lag, dass ich niemals wirklich mit ihrem schauspielerischen Schaffen in Berührung gekommen bin. Mit einer Vorliebe für alte Filme kann die Tatsache, dass ihre aktive Zeit  mehr oder weniger beendet war, als ich begann mich für Filme zu interessieren, für mich nicht als Ausrede herhalten.

An was ich mich aber heute, als ich von ihrem Tod erfuhr, sofort erinnert habe, war einer ihrer wenigen Filme die ich dann doch gesehen habe. Es ist so ein Film, der nur noch in Bruchstücken in der Erinnerung existiert, weil man ihn ein Mal gesehen hat und ihn damals gut fand. Hin und wieder taucht er seitdem in der Erinnerung auf und verschwindet dann wieder. Und so wiederholt es sich.

Die Nacht der tausend Augen (Night Watch, von 1973) habe ich vor knapp 10 Jahren mal im WDR gesehen  (zumindest ist das die einzige Free-TV-Ausstrahlung, die in der Ofdb gelistet wird und zeitlich mag das hinkommen). Ich weiß noch, dass ich zufällig zu dem Film gezappt  habe und dann dabei hängen geblieben bin. Dass es für mich damals einer dieser Filme war, der einen mit seiner Hauptfigur verbindet und dadurch mit echter Spannung anstatt durch platte Schockeffekte überzeugen kann. Ob dies an der Klasse von Liz Taylor lag, die dazu beigetragen hat die Atmosphäre derart zu verdichten, dass man selber in ihrer Situation aufgehen konnte, kann ich heute beim besten Willen nicht mehr sagen, im Zweifel würde ich aber behaupten, ja.

Ich erinnere mich an das für seine Zeit recht blutige Ende. Mehr als dasweiß ich von damals nicht mehr und bisher hatte ich leider auch keine Gelegenheit den Film erneut zu sehen. Seit Jahren mache ich mich immer mal wieder Schlau, ob es mittlerweile (irgendwo) eine DVD-Veröffentlichung gibt, doch leider sieht es da weltweit nicht gut aus. Woran das liegt weiß ich nicht. Rechte? Lizenzen? Mangelndes Interesse?

Manchmal ist ja – so traurig es auch ist – ein Tod nötig, damit das Werk eines Künstlers neue Beachtung erfährt und vielleicht, so hoffe ich, rückt dann auch dieser Film wieder in den Fokus. Und wenn nicht, so erwische ich doch vielleicht wenigstens nochmal eine Ausstrahlung im TV.

Bis dahin bleibt mir erst einmal nur eine italienisch synchronisierte Szene.

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