The Movies

Als wir (und mit wir meine ich hier immer Menzo und mich) damals zum ersten Mal Pulp Fiction gesehen haben, haben wir auch begonnen uns für Tarantino (als Person) zu interessieren. In Videothek gearbeitet, Filmfreak – klar, dass er sowas wie ein Held für uns war. Wenn man in Zusammenhang mit Filmen von Intertextualität spricht muss man seinen Namen nennen, dass war uns schon klar, bevor wir wussten, was Intertextualität überhaupt ist. Ich gehe noch heute so weit, dass ich sage, dass man Tarantinos Filme nicht richtig verstehen kann, wenn man die Vorlagen nicht kann. Sicher, man kann der Story folgen, ein paar Jokes zünden sogar auch, das wars dann aber auch. (Ich bin überzeugt, dass dies auch Death Proofs größtes Problem ist.)

Wird diese Phrase spätestens seit Kill Bill mehr als inflationär verwendet, hatte es zu dieser Zeit sogar noch eine Bedeutung wenn irgendwo „Quentin Tarantino empfiehlt“ drauf stand. Und wir haben uns alles reingezogen, was uns in die Hände geriet. Von Pam Griers Titten und John Woos Ballerorgien bis in amerikanische Vorstädte – ich hab das Gefühl, wie haben alles gesehen, was auf Tarantinos Referenz-Liste stand (und für sieben Trailer-Links in einem Satz klopfe ich mir jetzt mal selber auf die Schulter). Schon lange vor Kill Bill kam man nicht umhin sich dafür verstärkt mit dem asiatischen Kino zu befassen.

Für uns war Asien damals absolutes filmisches Neuland. Und auch, wenn wir zu der Zeit nur einen Bruchteil der (großen) Hollywoodfilme gesehen hatten, so kannten wir doch zumindest die Titel und wussten grob, worum es ging. Asien lag im Verborgenen, war ein Geheimnis – umso besser, dass wir den Herrn Tarantino dabei hatten, der sich als guter Reiseführer entpuppte. Der Kampf des einarmigen Boxers gegen die fliegende Guillotine, ist nach wie vor zu einem meiner liebsten Martial Arts Filme.[1]

Als ich dann irgendwann From Dusk Till Dawn über alles liebte, und auch zum ersten Mal Braindead gesehen hatte, war für mich klar, dass ich mir nun so viele Splatter-Filme wie irgendwie möglich ansehen musste. Der vermutlich trashigste, der mir dabei bis heute untergekommen ist, ist Story of Ricky, den man sich glücklicherweise sogar vollständig auf Google Videos ansehen kann. Vermutlich hätte ich ohne Tarantino, ohne Pulp Fiction, niemals dieses Interesse an Filmen entwickelt. Vermutlich wäre dann sogar was ordentliches aus mir geworden. Vielleicht aber auch nicht. Und sowieso, wäre das alles dann nicht so spaßig.

In diesem Sinne: alles Gute zum 48. Geburtstag, Herr Tarantino!


[1] Obwohl ich dazu sagen muss, dass ich kein riesengroßer Fan dieses Genres bin und ihn somit  aus einer recht überschaubaren Anzahl von Filmen ausgewählt habe.

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