Archiv für den Monat März 2014

Herr L.

Mir kam der Gedanke dieses Blog als Blog zu reaktiveren, keine Videos mehr. Zumindest nicht ausschließlich – und vor allem nicht nur alle paar Monate.

Zunächst habe ich den Einfall ebenso schnell verworfen, wie er gekommen war. Heute war er wieder da und eh ich mich versehe, habe ich ein Word-Dokument offen und tippe. Irgendwas, scheißegal.

Ich befürchte ja, dass ziemlich viel pathetischer Quatsch dabei herauskommen wird, aber auch das soll mir jetzt egal sein. Sollen die Texte ruhig triefen wie Frittenfett, mir ist gerade danach. Die letzten Tage sitze ich viel herum. Ich höre Musik, starre vor mich hin, manchmal nicke ich weg. Der Zustand stört mich nicht einmal. Es ist nicht langweilig und es kommt mir nicht dröge vor. Mich langweilen so viele andere Dinge: Internet, Fernsehen, weggehen, reden. Über allem liegt das Gefühl der Sinnlosigkeit, das ich eigentlich nur aus tristen Herbsttagen kenne. Es ist, als wenn sich eine Leere in mir breit macht, die mir die Freude nimmt, den Schwachsinn zu tun, den ich eigentlich sehr gerne tue. Dabei ist es noch nicht mal eine traurige Leere. Es ist mehr ein melancholisches Gefühl, das es sich gemütlich macht und mit dem ich sehr gerne alleine bin. Das Gefühl, dass irgendwo noch mehr wartet. Etwas von dem ich noch gar nichts weiß und dass ich noch nicht einmal denken kann, weil es noch keine Idee von etwas ist. Alles was ich tue oder nicht tue steht in seinem Schatten und während ich dasitze und nachdenke, versuche ich es zu ergründen, aber da ist keine Antwort. In den guten Momenten denke ich, dass ich mich vielleicht mal wieder verlieben will und mir das selbst nur noch nicht wirklich eingestehen möchte. In den schlechten frage ich mich, ob es sich eventuell so anfühlt, wenn man innerlich vor sich hin stirbt. Gelange ich an einen Punkt, an dem es mir schlichtweg egal ist, irgendwann noch irgendwas für irgendwen zu fühlen? Schlimmerweise bin ich mir noch nicht sicher, welche der beiden Varianten die attraktivere für mich ist. Mittlerweile bin ich in der Lage meine Gedanken umherziehen zu lassen und sie völlig emotionslos zu betrachten, so als wären es die Spinnereien eines anderen. Sie schweben wie Seifenblasen vor mir her und ich versuche sie mit Bildern zu füllen. Mit Bildern die nicht kommen, oder nur dann, wenn ich sie provoziere. Sie haben keinen Bestand. Und wenn ich diese Worte noch mal lese erscheinen sie mir ganz und gar wie die Spinnereien eines anderen.