Archiv für den Monat Juli 2015

Die wahrscheinlich verrückteste Geschichte, die du je gelesen hast

Das Schicksal hat mich heute mal wieder nach Lengsdorf geführt, diesen kaum wahrgenommenen, fast vergessenen Teil Bonns, in den niemand geht und aus dem auch einfach niemand zu kommen scheint. (Ich zumindest habe in den mittlerweile fast 10 Jahren, die ich in Bonn lebe, noch nie irgendwen sagen hören, dass er in Lengsdorf wohnt oder dort jemanden besuchen fährt. Ich kannte zwar mal jemanden, der dort arbeitet, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte) ‚ Schicksal‘ ist vielleicht auch ein etwas übertriebener Begriff, denn das Schicksal heißt eigentlich GLS, die mal wieder den hinterletzten Paketshop beliefert haben, den sie kennen .

Wie dem auch sei: ICH WAR HEUTE IN LENGSDORF! Und zwar wieder hier. Und ich muss gestehen, dass ich schon ein wenig nervös war, ob es wieder zu einem kleinen Psychospiel zwischen mir und dem Köter kommen sollte. Das letzte Mal, als ich dort war, lief zwar glatt, aber man sollte immer auf mögliche Katastrophen eingestellt sein.

Zu meiner Erleichterung lag er aber ganz entspannt auf der Straße und zeigte keinerlei Regung, als ich an ihm vorbei lief. Vermutlich ist er mittlerweile auch alt und träge, vermutlich auch fast blind und im Grunde ist es auch egal, denn er rührte sich nicht und ich konnte mein Paket abholen.

Jetzt überlegt der geneigte Leser vermutlich: „Wie geht diese irrsinnige Höllenfahrt wohl weiter? Welchen Kniff hat er auf Lager, der mir gleich völlig die Schuhe auszieht?“ Und tatsächlich habe ich noch einen Trumpf auf der Hand, sonst würde ich mich ja nicht hinsetzen und mir die Zeit nehmen, einen Blogeintrag zu verfassen. Mittlerweile haben sich nämlich die Betreiber des Paketshops (die hauptgeschäftlich Gartenbedarf verhökern) einen Hund zugelegt[!]: Ein monströses, fettes und vor allem grimmiges Vieh, das natürlich direkt aufbellte, als ich schwitzend den Laden betrat. („Fucking hell, das darf doch nicht wahr sein!“) Die Besitzerin hat ihn dann zurückgerufen, aber er knurrte noch einige Minuten weiter, bis ich mit meinem Paket den Laden verließ. Das war schon echter Stress!

Worum es aber eigentlich gehen soll: Lengsdorf. Und davon wollte ich schon die ganze Zeit erzählen, denn dort war ich schließlich heute. Bin dann mit meinem Paket in der Hand die kleinen Straßen entlangspaziert und habe mich plötzlich wie im Urlaub gefühlt. Das soll man jetzt nicht falsch verstehen: nicht, wie in einem coolen Urlaub, sondern eher wie auf einer Klassenfahrt, in der man plötzlich im hinterletzten Kaff festhängt. Tatsächlich habe ich sogar noch mehr Menschen dort gesehen, als ich erwartet hätte, dies waren aber vorwiegend sogenannte „rüstige Rentner“ auf dem Weg zum Einkaufen oder vom Einkaufen wieder nach Hause. Es gibt dort auch keinen klitzekleinen Gemüseladen, in dem Eier aus eigener Haltung verkauft werden und Schnittblumen. Fast wäre ich rein gegangen, weil ich das ja doch sehr charmant finde. War mir dann aber auch zu blöd, schwitzend und mit meinem Paket unter dem Arm, außerdem habe ich noch ein ganzes Paket Eier zu Hause und nur wenig Bedarf an Schnittblumen.

Lengsdorf auf jeden Fall ist eine verdammt öde Gegend, in der jeder Lebenswille wie eingefroren scheint. Hier geht man hin, um sich den gemütlichen Dingen zu widmen und vielleicht lasse ich mich irgendwann einmal dort nieder. In diesem Sinne: vielen Dank, GLS für dieses einmalige Erlebnis!

XOXO, euer Limbo.

P.S.: Ach ja, ich habe noch dieses schöne Bild von ganz vielen Hummeln gemacht.

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Back to the roots, bitches!

Ich könnte ja gerade nur noch jammern. In Selbstmitleid zerfließen, mir einen Klappstuhl über den Schädel ziehen und anschließend stumpf in irgendeine Ecke kotzen. Das Problem: ich habe keinen Klappstuhl und außer einem leicht feuchten Würgen krieg ich einfach nichts raus.

Ich kann auch nicht mehr vernünftig schreiben, deswegen kriegt dieser Blog jetzt mein Diss-Gejammer ab.

In den letzten Wochen bin ich so fürchterlich unausgeglichen, dass nicht mal Sport in irgendeiner Form helfen kann, die Laune dauerhaft zu verbessern.

Im Wesentlichen dreht sich mein Leben nur noch um zwei zentrale Punkte: Arbeit und Diss (also noch mehr Arbeit). Und es kotzt mich so dermaßen an, dass ich es nur schwer in Worte fassen kann. Es laugt aus und zerrt so sehr an meinen Nerven, dass ich allmählich das Gefühl habe, keinen einzigen Schritt weiter gehen zu wollen. Ich will mich hinlegen, zusammenrollen und solange ausharren, bis sich die Dinge von alleine gefügt haben. Leider bin ich nicht ganz so dumm, wie ich es gerne wäre, also ist mir bewusst, dass ich selbst etwas dafür tun muss, aber verdammte Scheiße: ICH KANN EINFACH NICHT MEHR! Ich will abgeholt werden, ich will aufn Arm und ich will ne kalte Cola trinken, bevor mich jemand zudeckt und mir sagt, dass alles gut wird. Dann will ich erstmal schlafen und aufwachen, ohne daran denken zu müssen, was noch zu tun ist. Die Fähigkeit, ohne einen einzelnen Gedanken meine Zeit zu vertun, war immer einer der Wesenszüge, die ich an mir selbst sehr zu schätzen gewusst habe. Das hat mich vor ein paar Jahren natürlich auch nicht wirklich glücklich gemacht, heute fehlt mir die Fähigkeit, weitab von allen Pflichtgefühlen einfach vor mich hinzuvegetieren manchmal sehr. Versuche ich heute zu entspannen, sitzt mir mein Verantwortungsbewusstsein im Nacken, wie ein kleiner Affe, der kontinuierlich auf mich herabscheißt. Schön ist das nicht.

Ich stelle fest, dass ich mittlerweile wegen der banalsten Dinge an die Decke gehe. Ich kann mich in Sachen hineinsteigern, kann schreien und keifen und habe 10 Minuten später überhaupt keine Ahnung mehr, worum es eigentlich ging. Das hilft aber auch nicht wirklich gegen die Unausgeglichenheit sondern führt nur dazu, dass ich mich selbst total ätzend finde und noch unzufriedener werde.

In Gedanken habe ich die Diss allein heute schon fünf Mal einfach hingeworfen, wissend, dass ich auch so bescheuert gar nicht sein kann. Aber wie schön es wäre, einfach alle Bücher und Notizen in einen Karton zu schmeißen und abzufackeln.

Long story short: ich hoffe inständig, dass das gerade nur „so eine Phase“ ist, die sich wieder legt, wenn….keine Ahnung. Endlich mal wieder irgendwas gutes passiert.

Ich hab nicht mal einen netten Song zum Abschluss, weil ich Musik gerade auch total scheiße finde. Obwohl, doch: nehmt Bubble Butt einfach, weil das Video so großartig ist (und ich mag wie aggressiv diese drei Tänzerinnen sich bewegen):