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Diss ist Liebe

Vielleicht ist Liebe immer dann am schönsten, wenn sie zu Ende geht. Wie die Sonne kurz vorm Untergehen, wie ein Regenschauer, der einen sonnigen Tag beendet, wie dieser Einstieg, wenn ich verrate, dass ich eigentlich nur ein paar Takte über die Diss sagen will.

Die Diss und ich, das war in den letzten Jahren nämlich eine sehr holprige Beziehung. Meist war ich daran schuld, konnte ihr nicht ganz gerecht werden, hatte mehr versprochen, als ich Energie aufbringen konnte, war oftmals abgelenkt und nicht genug für sie da. Zugegeben, ich habe mich nicht immer von meiner besten Seite gezeigt. Dennoch ist sie stets bei mir geblieben und ich war ihr treu, habe versucht, mich gut um sie zu kümmern. Aber nur allzu oft haben wir einsam nebeneinander gelegen und hatten uns nichts zu erzählen, außer dem, was wir schon tausend Mal besprochen hatten. Es gab Gedanken (und Gelegenheiten), es einfach zu beenden. Doch wir hatten einander – irgendwie; und wenn es nur dazu diente, dass wir uns trennen.

Der Zeitpunkt rückt nun näher und bald ist es soweit Lebewohl zu sagen. Dieser Abschied unterscheidet sich insofern von so vielen anderen, als dass ich ihn diesmal wirklich will. Ich spüre, dass ich heiß bin, dass ich fokussiert bin, wie seit Jahren nicht mehr. Mit dem Ende im Blick fühle ich mich so voller Kraft, was das Schreiben angeht, dass ich diese Woche seit Tagen schon herbeisehne. Alles ist geplant und natürlich weiß ich, dass nichts laufen wird, wie ich es mir vorstelle. Und trotzdem wird es am Ende gut sein. Es ist die letzte innige Umarmung, die einem noch einmal zeigt, dass es das alles wert war. Irgendwann werden wir uns wieder sehen und das soll nicht im Zorn geschehen. Es wird nicht im Zorn geschehen. Weil wir einander immer in uns tragen werden. (Und ich sie auf dem Person, dem Klingelschild und auch der Bäcker wird mich in den ersten Wochen verdammt nochmal mit „Herr Doktor“ anzusprechen haben! Aber das ist eine andere Geschichte.)

Ab Donnerstag werde ich die Vorhänge zuziehen und ihr das Beste geben, was ich geben kann. So soll es enden, so habe ich es versprochen. Ich hoffe, ich werde sie nicht enttäuschen.

Und jetzt komm! Dich schreib ich sowas von fertig, du kleine Schlampe.

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