Zensur in Deutschland (die Zweite)

Um es kurz zu machen: Ich bin kein „Gamer“, habe in meinem Leben nie mit vollem Elan vor dem Monitor gesessen und tagelang gespielt.. Dennoch dreht sich mir der Magen um, wenn ich in letzter Zeit einen Blick in die Nachrichten werfe. Die Debatte um eine eventuelle Sperre von kinderpornografischen Inhalten dürfte Mittlerweile bis in den hintersten Winkel vorgedrungen sein. Jetzt jedoch hat CDU- Politiker Thomas Strobl neuen Wind in die Diskussion gebracht.

Vor einiger Zeit schon habe ich einen Eintrag zum Thema Zensur verfasst, der sich hauptsächlich auf Filme konzentriert hat.

Mal abgesehen davon, dass Deutschland noch immer (im europäischen Vergleich betrachtet) das Land mit dem schärfsten Jugendschutz ist, es sogar vorkommt, dass auch volljährigen Bürgern vorgeschrieben wird, was sie zu sehen haben, sitzen wir immer noch auf den gleichen Problemen.

Schweden macht es vor wie es richtig geht- und dort gibt es auch keine erhöhte Zahl von Amokläufen. Auch Österreich bleibt eine Bastion der Kunstfreiheit (Amokläufe? Auch nicht besorgniserregend hoch). Die Schweiz nimmt sich in letzter Zeit ein schlechtes Beispiel an uns.

Seit den Amokläufen der vergangenen Jahre haben es gerade die so sehr verteufelten Videospiele noch schwerer hierzulande als Filme. Sicher, es gibt Spiele auf dem Deutschen Markt, die für manche Menschen so herrlich unter dem Schlachtruf „Killerspiel“ verkauft werden. Rot und riesig mit dem Aufdruck „ab 18“ oder „keine Jugendfreigabe“ versehen. Klare Sache- nur volljährige Personen sind dazu berechtigt, dies zu kaufen. Und ja, vielen Menschen, deren Spielekenntnisse (wenn überhaupt vorhanden) bei „Pong“ stehen geblieben sind, kocht beim Anblick dessen, was sie auf dem Monitor sehen, der Magensaft hoch.

Was jedoch meistens aus dem Blick gerät ist, dass selbst viele dieser Titel bereits zensiert worden um überhaupt diese Freigabe zu erhalten. Weit größer ist die Masse an Spielen, denen die Freigabe verwehrt wurde und die daher gar nicht erst in Deutschland erscheinen. Jetzt sind es wieder die gleichen die behaupten, dies sei auch gut so, weil sie es nicht verstehen, es nicht verstehen wollen, oder weil es ihnen schlichtweg egal ist.

Die einen mögen es begrüßen, da sie ihre Kinder (warum auch immer, denn sie haben sowieso keinen Zugriff darauf) geschützt sehen. Die anderen finden die dargestellte Gewalt geschmacklos und unästhetisch. Doch wenn es hier schon darum geht, wem was gefällt, dann sollten auch diejenigen nicht außer Acht gelassen werden, die Spaß an derlei Spielen haben. Sie jetzt mit den Konsumenten von Kinderpornografie gleich zu stellen und zu kriminalisieren ist Hetze! Es sind keine Spiele oder Filme, die Amokläufer produzieren oder hervorkitzeln, es ist die Gesellschaft selbst. Wer das nicht sieht, oder einfach nicht sehen will macht es sich zu einfach. Was ist mit der Mutter, die ihr Kind tötet und ins Gefrierfach legt? Was ist mit dem Triebtäter, der schon sechs Kinder im Wald verscharrt hat? Was ist mit dem Familienvater, der mit einer Schrotflinte zur Weihnachtsfeier kommt? Bei Taten, die weitaus abscheulicher sind als ein Amoklauf kam nicht einmal im Ansatz die Frage auf, welche Filme gesehen, welche Musik gehört, welche Spiele gespielt wurden. Viele Menschen sind einfach krank. Da helfen keine Verbote, da gibt es keine andere Prävention, als mit ihnen umzugehen. Sie nicht zu isolieren, sie nicht in die Verzweiflung zu treiben. Der Schutz davor ist genauso weit möglich wie zu verhindern von einem Auto überfahren zu werden. Es geht, doch kommt es immer wieder mal vor.

Fakt ist: Die Amokläufer haben „Killerspiele“ gespielt. Fakt ist: Sie haben „Gewaltvideos“ geschaut. Aber verdammt noch mal: Wer hat das heutzutage nicht? Sind wir jetzt alle potenzielle Amokläufer? Fehlen uns nur die Waffen? Fakt ist aber auch: Alle Amokläufer waren in ihrem sozialen Umfeld isoliert. Hatten wenig Freunde, wurden gehänselt- sie haben sich nicht abgekapselt, sie wurden dorthin getrieben. Wenn ein Hund immer wieder geschlagen wird, dann beißt er irgendwann zu. So einfach ist das- auch wenn es gerne als komplexer dargestellt wird. Da ist es egal, was zu Hause auf dem Rechner liegt und was im DVD- Regal steht. Wenn ihr etwas verbieten wollt, dann verbietet den scheiß Umgang miteinander, ihr ignoranten Arschlöcher! Ich habe einfach keine Lust mehr, bei diesem Thema sachlich zu bleiben, weil ihr einfach zu verdammt dämlich seid. Mir dreht sich der Magen um und ich blicke mit Angst in die Zukunft, wenn ich sehe wie mit billiger Meinungsmache die breite Masse falsch informiert wird und auf eure Seite gezogen wird.

In den Communities herrscht Angst, dass Deutschland zu einem zweiten China verkommt. Und wenn ich mir das angucke, halte auch ich es für gar nicht so abwegig.

Gehen wir davon aus, alle Sperren und Verbote würden durchkommen, was kommt wohl als nächstes, wenn sie bemerken, dass sich nichts geändert hat?  Wir haben strenge Prüfgremien, die weitestgehend einen guten Job machen. Aber ab 18 heißt nun mal ab 18. Da will ich als volljähriger Bürger nicht bevormundet werden, da will ich nichts kaufen, das trotz seiner Freigabe vorab zensiert wurde. Wenn es mir zu hart ist, oder nicht gefällt, dann stell ich es aus- und damit ist die Sache erledigt.

Mag sein, dass das hier alles zu unsachlich geworden ist, aber verdammt: Fickt euch selbst, ihr beschissenen Nazis!

Ein Gedanke zu “Zensur in Deutschland (die Zweite)

  1. Duke Nukem, der Du bist im Godmode,
    geheiligt werde Dein Frag;
    zu uns komme Dein Ping;
    Dein Wille geschehe,
    wie im Server, also auch im Client!
    Unser tägliches Blut gib uns heute;
    und vergib uns unsre Hacks,
    wie auch wir vergeben den Cheatern;
    und führe uns nicht in einen Bug,
    sondern erlöse uns von dem Übel.
    Amen.

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